Zeuginnen unglaubwürdig Wildeshauser vom Vorwurf der sexuellen Nötigung freigesprochen

Von Ole Rosenbohm

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Symbolfoto: David Ebener/dpaSymbolfoto: David Ebener/dpa

Wildeshausen. Das Amtsgericht Wildeshausen hat am Montag einen 19-Jährigen wegen Fahrens ohne Führerschein, Beleidigung und Körperverletzung verurteilt. Von den viel ernsteren Vergehen zweifacher sexueller Nötigungen an Minderjährigen mit anschließenden räuberischen Erpressungen wurde der Heranwachsende freigesprochen.

Das Gericht bemühte für die Aussagen der 13- und 14-jährigen Zeuginnen, die angaben, der junge Mann habe seinen Penis an ihrem Gesicht gerieben, sie hätten sich aber erfolgreich gewehrt, sogar einen Sachverständigen.

Zeuginnen traten nicht glaubwürdig auf

Letztlich, hieß es, waren sich Staatsanwaltschaft, Verteidigung, Gericht und Sachverständiger einig: Die Mädchen traten nicht glaubwürdig auf.

Das Gutachten des Sachverständigen, sagte Verteidiger Joachim Musch aus Wildeshausen, sei „eindeutig und nachvollziehbar“.

Vorwurf der Erpressung nicht haltbar

Zusätzlich zu den sexuellen Nötigungen soll der 19-Jährige auch eines der Mädchen mit der Drohung, die Tat zu wiederholen, um insgesamt 100 Euro erpresst haben. Auch dieser Vorwurf erwies sich für das Gericht als falsch.

Dem Angeklagten drohte bei Verurteilung für diese angeblichen Taten trotz Jugendstrafrecht eine Freiheitsstrafe wegen sogenannter schädlicher Neigungen.

Angeklagter verliert Job

Doch auch so hatten die Anschuldigungen Folgen für den 19-Jährigen: Die Polizei verhaftete ihn am Arbeitsplatz, weswegen er seinen Job verlor, dann saß er von Ende November bis Anfang Januar in Untersuchungshaft.

Bekifft und betrunken am Steuer

Die übrigen Vergehen hatte der Angeklagte zu Prozessauftakt zugegeben: Er steuerte ein Auto ohne Führerschein, war dabei auch noch angetrunken und bekifft. Zudem beleidigte und schlug er in ziemlich betrunkenem Zustand Sicherheitsleute beim Gildefest.

Anschließend wehrte er sich heftig gegen seine Festnahme durch die Polizei und beschimpfte die Beamten.

Zu 25 Arbeitsstunden verurteilt

25 Arbeitsstunden brummte ihm das Gericht dafür auf, dazu wurde er zu einer viermonatigen Maßnahme beim sich um straffällig gewordene junge Menschen kümmernden Projekt „Brücke“ verurteilt sowie zur Absolvierung eines Verkehrsseminars.


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