Tierentnahme in Wildeshausen Landrat verteidigt Amt gegen Tierschützer-Kritik

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Spektakulärster Fall der jüngsten Zeit: 166 Tiere haben die Behörden zum Jahreswechsel vom Gelände eines heruntergekommenen Hofes in Neuenlande geholt. Archivfoto: Bettina Dogs-PrößlerSpektakulärster Fall der jüngsten Zeit: 166 Tiere haben die Behörden zum Jahreswechsel vom Gelände eines heruntergekommenen Hofes in Neuenlande geholt. Archivfoto: Bettina Dogs-Prößler

Wildeshausen/Landkreis. Nach einer Tierentnahme in Neuenlande gibt es eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen das Veterinäramt des Landkreises. Es soll zu spät gehandelt haben. Landrat Carsten Harings verteidigt das Vorgehen.

Zwei Tierschutzfälle in Neuenlande und Wildeshausen haben für das Veterinäramt des Landkreises ein Nachspiel. Tierschützer werfen der Behörde vor, zu spät eingeschritten zu sein. In einem Fall wurde Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht. Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis gestern zu einem Pressegespräch eingeladen, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. „Ich stelle mich bewusst und öffentlich vor Dr. Carsten Görner“, sagte Landrat Carsten Harings.

„Guter und gewissenhafter Job“

Der oberste Verwaltungsmann bescheinigte dem leitenden Amtstierarzt, in beiden Fällen „einen guten und gewissenhaften Job auf der Grundlage geltenden Rechts“ gemacht zu haben. Besonders nach einem Fall in Wildeshausen Mitte Februar, bei dem Tierschützer die Außenunterbringung von Pferden kritisiert hatten, wurde Görner in Leserbriefen vorgeworfen, seiner Verantwortung als Amtstierarzt nicht nachgekommen zu sein. Landrat Harings: „Es ist wirklich toll, dass so viele Menschen aufmerksam sind und vermeintliche Missstände melden. Aber ich wünsche mir dabei einen respektvollen Umgang.“ Der sei in der Vergangenheit nicht immer gegeben gewesen.

Schwierige rechtliche Grundlagen

Auch Görner selbst war verärgert über die Kritik. „Bei der Beurteilung derartiger Fälle ist eine gewisse Sachkenntnis erforderlich“, sagte er. Die Entnahme von Tieren basiere nicht auf persönlichen Eindrücken, sondern schwierigen rechtlichen Grundlagen. Dem Tierhalter müsse immer erst auch die Möglichkeit gegeben werden, innerhalb einer vorgegeben Frist selbst für bessere Zustände zu sorgen, erklärte er. Auch ein Amtstierarzt könne nicht so ohne Weiteres Tiere wegnehmen. „Unter anderem ist das ist ein Eingriff ins Eigentumsrecht“, sagte der erste Kreisrat Christian Wolf. Auch vor Gericht müsse ein derartiges Vorgehen Bestand haben. „Ich kann verstehen, dass es den Leuten, die den Missstand angezeigt haben, teilweise zu lange dauert“, so Görner. „Aber auch wir müssen uns an die Rechtsvorschriften halten.“


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