Angriffe auf Rettungskräfte Im Kreis Oldenburg eher Pöbeleien statt Attacken

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Rettungskräfte sind dazu da, Menschen in Not zu retten. Die Zahlen, dass sie selbst Opfer von Gewalt werden, sind in den vergangenen Jahren jedoch gestiegen. Noch betrifft das Problem aber vor allem die Städte und nicht den ländlichen Bereich. Foto: Bettina Dögs-PrößlerRettungskräfte sind dazu da, Menschen in Not zu retten. Die Zahlen, dass sie selbst Opfer von Gewalt werden, sind in den vergangenen Jahren jedoch gestiegen. Noch betrifft das Problem aber vor allem die Städte und nicht den ländlichen Bereich. Foto: Bettina Dögs-Prößler

Ganderkesee. In ländlichen Gebieten wie in Ganderkesee sind Angriffe auf Rettungskräfte und Feuerwehrleute die Ausnahme. Beleidigungen und Beschimpfungen kommen eher vor.

Bespuckt, beleidigt, geschlagen und getreten: 2016 wurden in Niedersachsen 161 Attacken gegen Rettungssanitäter und Feuerwehrleute registriert. Fast doppelt so viele wie seit der gesonderten Erfassung 2011.

Helfer werden selten angefasst

In ländlichen Gebieten wie Ganderkesee und dem Landkreis Oldenburg jedoch sind Angriffe auf Rettungskräfte und Feuerwehrleute immer noch Einzelfälle. In den meisten Fällen werden die Helfer laut Frank Flake, Leiter des Maltester-Rettungsdienstes Landkreis Oldenburg, vor allem beleidigt und beschimpft. „Angefasst werden sie hier selten.“

„Dankbar, wenn wir kommen“

Auch Stefan Greiber, Pressesprecher der Johanniter-Unfall-Hilfe Weser-Ems, sieht die Entwicklung für den Bereich Ganderkesee, Landkreis Oldenburg und Delmenhorst gelassen: „Die meisten Menschen sind immer noch sehr dankbar, wenn wir kommen“, meint er.

Attacke in Hude ein Einzelfall

Trotzdem müssen Sanitäter, Notärzte, Feuerwehrleute und Polizisten auch im ländlichen Bereich mit gewalttätigen Angriffen rechnen. So wurde im Oktober 2017 eine Rettungssanitäterin der Johanniter des Rettungsdienstes Hude von einem Patienten angegriffen und mit Tritten attackiert. Greiber: „Aber das ist ein Einzelfall.“

Keine Angriffe auf Feuerwehrleute

Auch Bernd Lembke, Gemeindebrandmeister von Ganderkesee, kann bislang keine Angriffe auf Feuerwehrleute seines Zuständigkeitsbereichs verzeichnen. „Es gibt immer mal Unverständnis für bestimmte Maßnahmen, aber das hat es auch früher schon gegeben.“

Pöbeleien unter Alkoholeinfluss

Laut Lutz Auffarth, Leiter der Polizeistation in Ganderkesee, liegt auch bei der Polizei der letzte Vorfall längere Zeit zurück. Gewalttätige Übergriffe seien kaum zu verzeichnen, es komme wenn dann vor allem zu Pöbeleien unter Alkoholeinfluss.

Deeskalation und Prävention

Trotzdem versuchen die Hilfsorganisationen, ihre Einsatzkräfte so gut es geht, auf mögliche Übergriffe während des Einsatzes vorzubereiten. Sowohl die Malteser als auch die Johanniter setzen in erster Linie auf Deeskalation und Prävention, inzwischen aber auch auf Selbstverteidigung. So plant der Johanniter-Ortsverband Delmenhorst derzeit einen Kursus zusammen mit der Polizei, der die Retter im Umgang mit körperlichen Übergriffen schulen soll wie derzeit bereits Mitarbeiter der Feuerwehr Delmenhorst. „Wir wollen nicht erst reagieren, wenn etwas passiert ist, sondern unseren Mitarbeitern rechtzeitig etwas an die Hand geben“, erklärt Johanniter-Sprecher Greiber. Denn: „Angriffe auf Rettungskräfte sind ein absolutes No-Go. Wir wollen, dass es gar nicht erst dazu kommt.“


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