Oberschule Ganderkesee Schüler helfen sich in Ganderkesee nachmittags bei Hausaufgaben

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Gemeinsames Lernen: Durch die individuelle Betreuung seitens der älteren Schüler finden die Jüngeren schnell wieder Anschluss an den regulären Unterrichtsstoff. Foto: Bettina Dogs-PrößlerGemeinsames Lernen: Durch die individuelle Betreuung seitens der älteren Schüler finden die Jüngeren schnell wieder Anschluss an den regulären Unterrichtsstoff. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Ganderkesee. An der Oberschule Ganderkesee helfen leistungsstarke Schüler Jüngeren, ihre Probleme in den Pflichtfächern in den Griff zu bekommen. Viele schaffen dadurch wieder den Anschluss.

Auf den ersten Blick ist nicht sofort klar, wer hier jetzt Lehrer ist und wer nicht. Zwischen denen, die unterrichtet werden, und denen, die den Unterricht geben, liegen nur wenige Jahre – rein optisch fällt der Unterschied erst auf dem zweiten Blick auf. Zumindest aus dem Blickwinkel eines Erwachsenen – aber die spielen in dieser Stunde eine eh nur untergeordnete Rolle.

1800 Ganztagsschulen in Niedersachsen

Die Oberschule Ganderkesee ist eine von rund 1800 Ganztagsschulen derzeit in Niedersachsen. Gearbeitet wird nach dem sogenannten offenen Ganztagskonzept. Regulären Pflichtunterricht am Nachmittag gibt es nicht, stattdessen ein Angebot an Freizeitmöglichkeiten, die freiwillig gewählt werden können.

Doch gebüffelt wird in einigen Räumen trotzdem. Wer Probleme in den Pflichtfächern Mathe, Deutsch und Englisch hat, bekommt am Nachmittag Zusatzunterricht. In bestimmten Fällen hält der Fachlehrer jedoch eine individuellere Betreuung der vornehmlich Fünft- und Sechstklässler für angebracht – und empfiehlt die intensive Förderung durch „Schüler helfen Schüler“.

Bei diesem Konzept stehen leistungsstarke Schüler der neunten und zehnten Klassen jungen Fünft- und Sechstklässlern zur Seite, die im regulären Unterricht den Anschluss verloren haben. „Es ist ungefähr so, als würde der große Bruder oder die große Schwester beim Lernen helfen“, erklärt Steven Behrens, Konrektor der Oberschule Ganderkesee.

Freiwillige fürs Projekt „Schüler helfen Schüler“

Wer als Betreuer für „Schüler helfen Schüler“ geeignet zu sein scheint, wird von den Fachlehrern darauf angesprochen. „Es gibt aber auch welche, die von sich aus ihre Unterstützung anbieten“, schildert Behrens. Stimmen müssen vor allem die fachlichen Kenntnisse.

Geld für ihre Dienste bekommen die schulischen Betreuer zum Teil auch, aber die Mehrheit hilft den ehrenamtlich dabei mit, dass die Jüngeren den Unterrichtsstoff wieder aufholen – und auch verstehen.

Wie die 16-jährige Katharina Quaschny. Die Zehntklässlerin betreut den zehnjährigen Lukas in Englisch und gibt ihm speziell die Hilfe, die er zum Lernen braucht. Zusammen mit Nina Müller und Saskia Düßmann (beide 16) ist sie für vier Schüler zuständig.

Schüler strukturieren Nachhilfe selbstständig

Den Aufbau des Nachhilfeunterrichts strukturieren sie ganz allein. „Wir haben letzte Woche gesehen, dass es bei allen Schwierigkeiten mit den Zahlen und Farben gibt, deshalb konzentrieren wir uns diese Woche darauf“, schildert Katharina.

Dem zwölfjährigen Benjamin tut das offenbar ganz gut. „Ich war in Englisch nicht der Beste und habe hier schon viel gelernt.“ Im Gegensatz zum regulären Förderunterricht, der an der Oberschule Ganderkesee Plusunterricht heißt und in dem bis zu 15 Schüler von einem Fachlehrer unterrichtet werden, kommen in der individuellen Betreuung maximal zwei Kinder auf einen Nachhilfelehrer.

Durch die intensive Betreuung, die für die Eltern kostenlos ist, finden viele nach einem halben Jahr wieder den Anschluss an das geforderte Leistungsniveau ihrer Klasse. Englischlehrer Behrens: „Die meisten trauen sich auch wieder, in diesen Fächern mitzureden.“

Doch es profitieren nicht nur die Jüngeren. Die 16-jährige Katharina freut sich, ihr erlerntes Wissen an andere weitergeben zu können, darüber hinaus kann sie grundlegenden Stoff wiederholen. Denn bald stehen für die zehnten Klassen die Abschlussprüfungen an. Und da kann das Wissen aus der fünften Klasse tatsächlich wieder hilfreich sein.


Mit mehr als 1800 Ganztagsschulen ist Niedersachsen Spitzenreiter beim verlässlichen Nachmittagsangebot. Mehr als die Hälfte aller niedersächsischen Schüler nutzen das Angebot. Auch in der Gemeinde Ganderkesee ist nach Schulschluss noch viel los. Das belegt in loser Folge die dk-Serie.

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