Ratssitzung in Ganderkesee Ja zu Tempo 30 auf Trendelbuscher Weg in Schierbrok

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Das Verkehrszeichen Tempo 50 an dieser Stelle des Trendelbuscher Wegs wird künftig überflüssig sein. Denn aus 50 wird 30, wie der Rat am Donnerstagabend mehrheitlich entschied. Foto: Thomas DeekenDas Verkehrszeichen Tempo 50 an dieser Stelle des Trendelbuscher Wegs wird künftig überflüssig sein. Denn aus 50 wird 30, wie der Rat am Donnerstagabend mehrheitlich entschied. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee. Auf dem Trendelbuscher Weg in Schierbrok wird es künftig einen verlängerten Tempo-30-Abschnitt geben. Das hat der Rat der Gemeinde Ganderkesee am Donnerstagabend mehrheitlich entschieden.

17 Ratsmitglieder der SPD, der Grünen, der UWG und der Vertreterin der Linken, Susanne Steffgen, folgten dem kurzfristig formulierten Antrag von UWG-Fraktionschef Carsten Jesußek, auch zwischen dem Kehnmoorweg und der Grundschule Schierbrok die Geschwindigkeit für Fahrzeuge zu beschränken. 13 Vertreter der CDU und der Freien Wähler stimmten dagegen, drei Mitglieder der FDP-Fraktion enthielten sich.

„Gesunder Menschenverstand“

Mit der Entscheidung für einen durchgängigen Tempo-30-Bereich von der Kreuzung Bahnhofstraße bis knapp 100 Meter hinter der Kurve bei Bäckerei Timmermann folgte die Ratsmehrheit, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Brakmann formulierte, „dem gesunden Menschenverstand“, zwei kurze 30er-Zonen zusammenzubringen. Und dem Herzen, so Grünen-Chef Dr. Volker Schulz-Berendt, nachdem Antragsteller Jesußek die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg und dem Weg zum Timotheus-Haus der evangelischen Kirche in den Vordergrund gestellt hatte.

Keine gesetzlichen Voraussetzungen

Nach den gesetzlichen Voraussetzungen hätte es allerdings kein Tempolimit auf diesem Straßenabschnitt geben dürfen. Darauf hatte Bürgermeisterin Alice Gerken zuvor noch einmal deutlich hingewiesen. Mehrere Verkehrsbehörden hätten nach Kontrollen kein erhöhtes Unfallgeschehen und auch keine anderen Verkehrsprobleme festgestellt.

Cindy Klüner: Parkverbot sinnvoll

Das sahen auch Arnold Hansen, Fraktionschef der Freien Wähler, und CDU-Fraktionsvorsitzende Cindy Klüner so. Wenn es gefährlich werde, dann nur wegen der parkenden Fahrzeuge in dem Abschnitt. Deshalb wäre eher ein Parkverbot sinnvoll, meinte die Christdemokratin.

Steffgen forderte nach den jahrelangen Debatten ein Ende der Geschichte „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und stimmte für den UWG-Antrag. Außerdem verwies Marina Münstermann (SPD) darauf, dass ihre drei Kinder am Trendelbuscher Weg aufgewachsen sind – „und ich weiß, wie gefährlich es dort ist“.

Bürgerinititiative legt Gerichtsurteile vor

Vor der Ratssitzung hatte die Bürgerinitiative Trendelbuscher Weg noch zwei Gerichtsurteile vom Bundesverfassungsgericht und vom Verwaltungsgericht Baden-Württemberg eingereicht, um ihren Wunsch auf Tempo 30 zu untermauern. Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, betonte jedoch, die Situationen seien nicht miteinander vergleichbar. Am Ende aber gab es doch ein Votum für die Geschwindigkeitsbegrenzung.

Ja zu „Westlich Brüninger Weg“

Weitere Entscheidungen: Mit 29 Ja- bei vier Nein-Stimmen der Grünen und Doris Josquin (SPD-Fraktion) wurde der Bebauungsplan „Westlich Brüninger Weg“ beschlossen. Die Anwohner würden sich zwar freuen, dass dort gebaut wird. Sie seien aber nicht mit der Straßenführung und der Wallheckenplanung einverstanden, erklärte Josquin. Außerdem gab es gegen die Stimmen der Grünen ein deutliches Ja zum Bebauungsplan „Gewerbegebiet Westtangente II“. SPD-Chef Brakmann erneuerte aber noch einmal seine Forderung, auf dem Areal eine Fläche für eine Mehrzweckhalle freizuhalten.


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