Prozess gegen 19-Jährigen Mädchen in Wildeshausen sexuell genötigt und erpresst

Von Ole Rosenbohm

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Vor dem Jugendschöffengericht in Wildeshausen wird seit Mittwoch einem 19-Jährigen der Prozess gemacht. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpaVor dem Jugendschöffengericht in Wildeshausen wird seit Mittwoch einem 19-Jährigen der Prozess gemacht. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Wildeshausen. Vor dem Jugendschöffengericht in Wildeshausen wird seit Mittwoch einem 19-Jährigen der Prozess gemacht. Zwei Mädchen, eine 13 Jahre, die andere 14, soll er sexuell genötigt haben, von der 14-Jährigen danach noch mehrmals Geld erpresst haben. Außerdem Teil der Anklage: Fahren ohne Führerschein unter Alkohol- und Cannabiseinfluss, Beleidigungen, Widerstand.

Der 13-Jährigen soll er sich laut Anklage im vergangenen September genähert und völlig unvermittelt sein Geschlechtsteil an ihr gerieben haben. Das Mädchen wehrte sich, konnte sich befreien. Ähnlich ein Vorfall an einem Abend im Oktober an der Wildeshauser Konzertmuschel, als der Angeklagte die 14-Jährige erst gegen ihren Willen umarmte, sie dann zu küssen versuchte, anschließend verfolgte und, als er sie erwischte, zu Boden drückte. Erneut, so der Vorwurf, holte er seinen Penis aus der Hose, rieb damit an ihr. Als das Opfer immer lauter schrie, soll er von ihr abgelassen haben.

Mädchen sexuell genötigt und erpresst

Das Martyrium des Mädchen war damit aber noch nicht beendet. In den folgenden Wochen soll der Angeklagte gleich viermal Geld von ihr erpresst haben – immer mit der Drohung, ihr nochmal das gleiche wie am Abend des Konzerts anzutun. In ihrer Angst davor nahm sie die Bankkarte ihrer Eltern und kaufte sich vermeintlich immer wieder frei: erst mit 25 Euro, dann zweimal mit 15, zuletzt mit 45 Euro.

Es geht um intime Details

Noch vor dem Ausschluss der Öffentlichkeit aus dem Gerichtssaal – kein Wunder, es geht um intime Details, zudem sind die Opfer minderjährig, der Angeklagte heranwachsend – bestritt der 19-Jährige über seinen Anwalt die Nötigungen und Erpressungen. Das berauschte Fahren ohne Führerschein nach einer Fete gab er hingegen zu, es sei ein „Dummerjungenstreich“ gewesen.

Beleidigungen und Widerstand gegen Polizeibeamte

Auch den Vorfall auf dem Gildefest mit Schlägen und Beleidigungen gegen Sicherheitspersonal sowie Beleidigungen und Widerstand gegen Polizeibeamte räumt er ein, er sei damals allerdings stark betrunken gewesen. Beendet werden soll der Prozess am Montag. Gestern fehlte noch einer der Zeugen.


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