Nach Ostern wieder niedriger Eierpreise in der Region trotz Fipronil konstant

Von Alexandra Wolff

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Landwirt Stefan Bruns aus Ganderkesee hält seine 200 Junghennen in einem mobilen Hühnerstall. Foto: Alexandra WolffLandwirt Stefan Bruns aus Ganderkesee hält seine 200 Junghennen in einem mobilen Hühnerstall. Foto: Alexandra Wolff

Ganderkesee/Prinzhöfte. Der Fipronil-Skandal vom Sommer ist immer noch nicht ganz überstanden und jetzt steht auch noch Ostern vor der Tür. Doch obwohl die Nachfrage nach genießbaren Eiern steigen wird, soll sich das nicht auf den Preis auswirken, der ja ohnehin gestiegen ist, weil es jetzt weniger genießbare Eier gibt.

„Meine Hühner fressen ja nicht anders, nur weil Ostern ist“, nennt Stefan Bruns als Grund, weswegen seine Eier vor Ostern nicht teurer werden. Der Landwirt aus Ganderkesee hat seit Anfang Februar 200 eigene Hühner und seit Anfang Januar einen mobilen Hühnerstall. Damit können die Hühner immer einen anderen Teil der Wiese rund um den Verschlag leerpicken.

Die Eier verkauft er freitags auf dem Gandekeseer Wochenmarkt und an seinem Stand auf seinem Hof auf der Straße Ortheide 11. „Noch sind die Hühner jung und haben nur 70 Prozent Legeleistung“, erläutert Bruns. „Junghenneneier sind etwas kleiner als normale Eier und das Eiweiß ist etwas sähmiger.“

Auch schon vorher hat Bruns Eier verkauft, die stammten aus einem Betrieb in Dötlingen. An den Skandal um Fipronil erinnert er sich noch ganz gut.

Fipronil hat Eier teuer gemacht

Im Sommer 2017 wurde bekannt, dass ein Reinigungsunternehmen Fipronil eingesetzt hat. Die Substanz ist in der Tierhaltung verboten, und daraufhin waren vier deutsche und rund 180 niederländische Legehennenbetriebe konterminiert. Dadurch geriet der Eiermarkt durcheinander. Da keine Eier aus den Niederlanden das Angebot aus Deutschland ergänzen konnten, ist das Angebot deutlich gesunken und damit auch der Eierpreis gestiegen.

Das kann auch Bruns nicht leugnen: „Der Level ist nach wie vor hoch, weil der Skandal ja auch noch nicht vorbei ist.“ Für die Eier, die er früher verkauft hat und auch für die Eier, die er jetzt verkauft, garantiert er, dass sie frei von dem Giftstoff sind. „Ich kannte den Betrieb in Dötlingen und wusste, dass ich ihm vertrauen konnte“, erinnert sich Bruns. „Und jetzt bekomme ich meinen Hafer für die Hühner von der Genossenschaft hier und kann auch da zu 99 Prozent sicher sein, dass das Futter rein ist.“

Vogelgrippe kann auch noch kommen

Das versichert auch Aloys Pundt, der Geschäftsführer der Eier-Färberei in Prinzhöfte: „Wir haben eigene Farmen und über eine Million Tiere, aber auch Kontrakte mit Bauern in Deutschland und Holland. Wir wurden mehrfach untersucht und holen uns Untersuchungsergebnisse von den anderen Lieferanten. Wenn die Ergebnisse zu alt sind, besorgen wir uns neue und auch neue Lieferanten lassen wir untersuchen.“

Wie sich die Preise entwickeln, könne er allerdings nicht sagen: „Die Eierpreise sind nach der Fipronil-Krise schon stark angestiegen und die Krise zieht sich weiter hin. Außerdem ist ja auch die Vogelgrippe noch nicht vom Tisch. Das sollte den Endverbraucher aber nicht betreffen. Für Eier gibt es Jahrespreise und die bleiben stabil.“

Das ganze Jahr über bunte Eier

Auch die Optik der Waden-Eier bleibt das ganze Jahr gleich. Von Waden gibt es das ganze Jahr über gelbe, blaue oder auch grüne Eier. „Wir schälen, färben und verpacken Eier“, sagt Pundt zu seinem Unternehmen. „Außerdem verkaufen wir auch gelackte Eier. Das heißt, sie behalten ihr natürliches Weiß oder Braun, glänzen aber mehr.“

Gefärbte und gelackte Eier gehen ihm zufolge vor allem in Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen das ganze Jahr über besonders gut. „Dort heißen sie dann auch nicht Oster-, sondern Vesper- oder Picknick-Eier. Aber auch hier im Norden steigt die Nachfrage.“

Nach Ostern könnten die Preise sinken

Dieter Oltmann vom der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft rechnet erst nach Ostern wieder mit einer Entspannung des Marktes und damit auch der Preise. Er bestätigt, dass die Jahrespreise Preisschwankungen vermeiden, aber in Einzelfällen aufgrund der Eier-Knappheit durchaus trotzdem nach oben tendieren können.

Dagegen befänden sich die Eierpreise auf dem deutschlandweiten Spotmarkt, also den frei verfügbaren Mengen, seit Monaten auf einem sehr hohen Preisniveau. Bundesweit gesehen lasse das anstehende Osterfest durchaus die Preise für Eier steigen.


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