Naturschutz in Ganderkesee Ganderkesee gibt Summe X für die Artenvielfalt

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Rainer Bücking aus Ganderkesee zählt zu den Landwirten, die sich mit Blühstreifen für die Artenvielfalt einsetzen. Die Gemeinde will sich mit dem Erwerb von Flächen in den Artenschutz einklinken, deren Eigentümer nicht an die Landwirtschaft verkaufen wollen. Archivfoto: Thorsten KonkelRainer Bücking aus Ganderkesee zählt zu den Landwirten, die sich mit Blühstreifen für die Artenvielfalt einsetzen. Die Gemeinde will sich mit dem Erwerb von Flächen in den Artenschutz einklinken, deren Eigentümer nicht an die Landwirtschaft verkaufen wollen. Archivfoto: Thorsten Konkel

Ganderkesee. Ganderkesee will sich verstärkt gegen den Artenschwund engagieren. Für den Kauf angebotener Flächen soll mehr Geld bereitgestellt werden.

Auf Initiative der Grünen im Gemeinderat engagiert sich die Gemeinde Ganderkesee voraussichtlich noch in diesem Jahr verstärkt für den Artenschutz. Im Nachtragshaushalt für das laufende Jahr soll eine noch nicht bezifferte, aber wohl knapp sechsstellige Summe für den Ankauf von Flächen verankert werden, die ökologisch aufgewertet werden sollen.

Dominoeffekt stoppen

Das Engagement der Gemeinde soll, wie Grünen-Ratsherr Dr. Volker Schulz-Berendt berichtet, einen „Dominoeffekt“ stoppen. Wo Flächen intensiv landwirtschaftlich genutzt oder für Siedlungen, Gewerbe und Verkehrswege versiegelt werden, verschwinden Kräuter und Blüten, Insekten wie Bienen und Hummeln. Zählungen bestätigen, dass längst auch die Vögel vom Schrumpfprozess betroffen sind. Die Naturschutzverbände wollen es als Alarmsignal verstanden wissen, dass sie den Star zum Vogel des Jahres 2018 erklärt haben: Einst ein Allerweltsvogel, ist er seit einigen Jahren auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten zu finden.

Reaktion auf Glyphosat-Entscheid

Die Grünen sind schon Ende 2017 mit dem Antrag auf 200.000 Euro für den Flächenankauf in die Beratungen über den Haushalt 2018 gegangen. Letzter Anlass war für sie, dass die Europäische Union den Krautvernichter Glyphosat mit Unterstützung der Bundesregierung nicht vom Markt genommen hat.

Fachausschuss stimmt zu

Das Thema Flächenkauf wurde Ende 2017 zurückgestellt, weil sich damit zunächst der Umweltausschuss befassen sollte. Im Fachausschuss hat der Grünen-Antrag inzwischen ebenso grundsätzlich eine Mehrheit gefunden wie jetzt auch abschließend im Verwaltungsausschuss. Für die wahrscheinlich im Frühsommer anstehenden Beratungen über den Nachtragshaushalt ist lediglich die Summe offengehalten worden, mit der der Topf gefüllt werden soll.

Flächen aufwerten

„Es geht nicht um ökologisch wertvolle Flächen. Es geht um Flächen, die aufgewertet werden können“, stellt Schulz-Berendt klar. Für schon – oder noch – ökologisch wertvolle Flächen gibt es im Gemeindehaushalt einen eigenen, Jahr für Jahr mit 20000 Euro gefüllten Topf und außerdem 15.000 Euro für das Anlegen von Hecken und Anpflanzungen sowie 10.000 Euro für Verbesserungen im Naturschutz. Aus gesetzlicher Verpflichtung gibt es dazu noch ein Ökokonto, das gefüllt wird, wenn bei Eingriffen in die Natur und Landschaft etwa durch Baugebiete ökologischer Ausgleich nicht unmittelbar vor Ort erfolgt.

Mehr Handlungsspielraum

Der Gemeinde will mit dem neuen Haushaltsposten ihren Handlungsspielraum erweitern. Ihr sind laut Verwaltung in den letzten Jahren wiederholt Grundstücke angeboten worden, deren Eigner sich eine auf Dauer gesicherte naturnahe Entwicklung und Bewirtschaftung wünschen und sich dabei nicht auf die Landwirtschaft verlassen wollen.


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