Rettungshunde im Einsatztest Trümmerberg fordert Mensch und Hund heraus

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20 Minuten hatten Anika Baro und ihr Riesenschnauzer Zeit, um drei Personen unter den drapierten Trümmern aufzuspüren. Prüfer Ulrich Mützel lobt: „Sehr gute Arbeit, Prüfung bestanden.“ Foto: Bettina Dogs-Prößler20 Minuten hatten Anika Baro und ihr Riesenschnauzer Zeit, um drei Personen unter den drapierten Trümmern aufzuspüren. Prüfer Ulrich Mützel lobt: „Sehr gute Arbeit, Prüfung bestanden.“ Foto: Bettina Dogs-Prößler

Schönemoor/Lemwerder. 16 Rettungshundeteams haben sich am Wochenende anspruchsvollen Prüfungsaufgaben gestellt. Die Ergebnisse zeigen auf, wo die Zusammenarbeit perfektioniert werden kann.

„Das Szenario war wirklich gut“, sagt Anika Baro. Ein Erdbeben mit einem Wert von 7,0 auf der Richterskala hat die Region am Rand von Neuenlande erfasst, mehrere Gebäude einer Palettenfabrik müssen nach verschütteten Personen abgesucht werden. Immer noch werden drei Mitarbeiter vermisst, ihr letzter Aufenthaltsort ist nicht bekannt.

Anspruchsvolle Prüfung

Anika Baro richtet ihren vierjährigen Riesenschnauzer aus, steckt Halsband und Leine in die Einsatztasche und gibt den Suchbefehl. Vier Minuten später bellt es das erste Mal, zielstrebig hatte sich der Hund den Weg durch die Trümmer gebahnt und die erste Person geortet. 16 Minuten später folgt das Lob von Prüfer Ulrich Mützel: „Sehr schöne Arbeit, alle drei Personen gefunden, herzlichen Glückwunsch.“ Anika Baro ist zufrieden und lobt zurück: „Die Prüfung war wirklich sehr anspruchsvoll.“

16 Teams auf Prüfstand

16 Rettungshundeteams der Freiwilligen Feuerwehren Lemwerder, Karwitz, Vockerode sowie von der Rettungshundestaffel für Feuerwehren Nordrhein-Westfalen sind am Wochenende in Schönemoor und Lemwerder auf ihre Einsatzfähigkeit hin geprüft worden. Ausrichter der Prüfung war die Rettungshundestaffel der Freiwilligen Feuerwehr Lemwerder, die selbst zehn Hundeführer in den Einsatztest geschickt hat. Fast alle Teams sind bereits für den Einsatz qualifiziert, jetzt standen die turnusgemäßen Wiederholungsprüfungen auf dem Plan.

Zweijähriger Turnus

„Die Einsatzfähigkeit wird alle zwei Jahre neu überprüft, um den erforderlichen Leistungsstand von Hund und Hundeführer abzufragen“, erklärt Ausbildungsleiter Lars Prößler von der Feuerwehr Lemwerder. „Denn im Ernstfall müssen wir uns zu jeder Tages- und Nachtzeit auf unsere Hunde verlassen können“, so Prößler.

Zusammenarbeit von Hund und Mensch

Auf die Hunde verlassen heißt hier vor allem nicht nur, dass vermisste Personen erfolgreich aufgespürt werden. „Abgefragt wird bei diesen Prüfungen unter anderem auch die Zusammenarbeit zwischen Hund und Mensch sowie die Sachkunde und das Orientierungsvermögen der Hundeführer“, schildert Prößler. 20 Minuten haben die Suchteams jeweils Zeit, um zu zeigen, wie sehr sie miteinander harmonieren – im Wald oder auf dem Trümmerberg.

In Bunker und Wald

Weiterer Prüfungsort war neben der alten Bunkeranlage an der Harmenhauser Straße ein Waldgebiet am Moorgrabendeich in Heide-Schönemoor. Auf zwei jeweils 30000 Quadratmeter großen Flächen hatten die Prüfer Ulrich Mützel und Lars Prößler je zwei Personen versteckt. Obwohl es minus sechs Grad sind, ist Hundeführer Sebastian Schreinecke für seine bevorstehende Suchzeit guter Dinge. „Durch den Wind wird die Witterung gut verteilt, das kommt den Hunden entgegen“, schildert er. Für den 42-Jährigen aus Ganderkesee ist es die erste Wiederholungsprüfung, vor zwei Jahren hat er mit seiner Golden-Retriever-Hündin Emma zum ersten Mal die Einsatzfähigkeit bestanden. Souverän arbeitet das Team die gestellte Aufgabe ab, am Ende ist auch Prüfer Mützel von der Feuerwehr Karwitz angetan: „Super Hund, und ihr zwei habt das wirklich gut gemacht.“

Aus Fehlern lernen

Doch auch kritische Worte fallen am Ende der zwei Prüfungstage. Nicht alle, die an diesen beiden Tagen angetreten sind, waren so erfolgreich wie erhofft. Prüfer Lars Prößler bleibt dennoch optimistisch: „Dafür machen wir das, damit wir wissen, woran wir arbeiten müssen.“


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