Willi Lemke unter Bauern „Uns geht es saugut“

Von Ole Rosenbohm

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Willi Lemke legt sich beim Kreislandvolkverband ordentlich ins Zeug, und der Vorstand folgt dem Vortrag des Ex-Werder-Managers gebannt. Foto: Ole RosenbohmWilli Lemke legt sich beim Kreislandvolkverband ordentlich ins Zeug, und der Vorstand folgt dem Vortrag des Ex-Werder-Managers gebannt. Foto: Ole Rosenbohm

Wardenburg. „Die Gesellschaft ist Ihnen zu Dank verpflichtet“, rief Willi Lemke in Wardenburg dem Kreislandvolk zu. Der Ex-Manager spannte den Bogen vom Elend in Afrika bis zur Hachez-Schokolade.

Extra eine grüne Krawatte hatte sich Willi Lemke, der einstige Werder-Manager, Bildungssenator und UN-Sonderbotschafter, angezogen für seinen Auftritt gestern vor der Vertreterversammlung des Kreislandvolkverbandes Oldenburg. Diesmal war nicht Werder der Grund, sondern eher die Imagekampagne mit dem Slogan „Echt grün“, die der 2600 Mitglieder starke Verband seinen Landwirten verpasst hat. Positive Botschaften sind wohl nötig in Zeiten von Diskussionen um durch Dünger verursachte Grundwasserbelastungen, Bienensterben oder Massentierhaltung.

Superjob auf dem Hof

Lemke, 71 Jahre alt und inzwischen Rentner, wie er sagt, müssen die Landwirte nicht mehr überzeugen. „Sie machen einen Superjob“, rief er den Bauern im Saal des Wardenburger Hofs zu. Aber „seien Sie so clever“, die Kommunikation mit der Gesellschaft weiterzuführen.

Blick auf Elend in Afrika

In seiner Rede über das Verhältnis von Gesellschaft und Landwirtschaft blickte der Bremer auch weiter. 120 Länder, „von denen die meisten niemals einen Vergleich mit unserem standhalten“ würden, hat er als UN-Botschafter besucht. Hier berichtete Lemke vom Elend in Afrika, wo die Bevölkerung eigene Produkte nicht absetzen kann, weil subventionierte Waren aus den Industrieländern billiger sind. „Uns geht es so saugut“, sagte er, auch wenn in Bremen durch den Weggang von Hachez, „wieder eine Traditionsmarke“ kaputtgehe, nur um die Shareholder noch reicher zu machen. Warnen kann er, launig sein auch, so beim Niedersachen-Bremen-Vergleich: Bremen habe kein Geld, „aber den besseren Fußballverein.“

Vorstand kaum verändert

Vor dem Gastvortrag arbeiteten 127 Delegierte die Tagesordnung mit einigen Wahlen ab: Gerd Gramberg (Sandkrug) und Hayo Suhr (Benthullen) wurden für drei Jahre weitere Jahre im 21-köpfigen Vorstand bestätigt, Ralf Stöver (Bühren) tauschte mit Franz-Josef Dasenbrock (Kleinenkneten), jetzt Vertreter des Vorstands, die Plätze. Für Diedrich Meyer (Wiemerslande) rückte Sohn Heinrich auf einen Vertreterposten. Gegenkandidaten gab es nicht; nach einem guten Jahr 2017 mit wieder steigenden Milch- und Schweinepreisen auch keinen besonderen Unmut. Bestätigt wurden ebenso die Rechnungsprüfer Heiner Pörtner (Wardenburg), Gernot Schmidt (Ganderkesee) sowie als Vertreter Klaus Meyer (Haschenbrok). Weiter im Finanzausschuss: Thomas Siemer (Ahlhorn), Alexander Oetken (Oldenburg), Fokke Stöver (Hockensberg) und Gerd Pleus aus Delmenhorst.


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