Kreis-Verkehrswacht schlägt Alarm Immer noch zu viele Unfälle im Kreis Oldenburg

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Risikofaktor Mensch: Beim Verkehrssicherheitstraining „Fit im Alter“ geht es auch um die Sichteinschränkung im „toten Winkel“. Foto: Gerhard HerrmannRisikofaktor Mensch: Beim Verkehrssicherheitstraining „Fit im Alter“ geht es auch um die Sichteinschränkung im „toten Winkel“. Foto: Gerhard Herrmann

Landkreis Oldenburg/Ganderkesee. Die Kreis-Verkehrswacht schlägt Alarm: 2017 gab es mehr Unfälle und – entgegen dem Bundestrend – mehr Verkehrstote in Niedersachsen. Maßgeschneiderte Schulungen sollen die Straßen sicherer machen.

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamts zwar auf den niedrigsten Stand seit Bestehen der Bundesrepublik gesunken, dennoch gehört das Land Niedersachsen bundesweit zu den traurigen Rekordhaltern: 2017 ist hier das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, gemessen an der Einwohnerzahl so hoch wie nie gewesen: 51 Todesopfer waren je eine Million Einwohner zu beklagen.

Anzahl der Verkehrsunfälle steigt

Nur in Brandenburg und Sachsen-Anhalt kamen laut der Statistik mehr Menschen ums Leben. Bundesweit nahm 2017 auch die Anzahl der Verkehrsunfälle zu.

Diese erschreckenden Zahlen geben der Verkehrswacht für den Landkreis Oldenburg Anlass, 2018 maßgeschneiderte Schulungsangebote für höchst unterschiedliche Gruppen von Verkehrsteilnehmern zu machen.

„Sicherheitstraining Pkw/Motorrad“

Die „Sicherheitstrainings Pkw/Motorrad“ sollen speziell Fahranfänger ansprechen. Oft sind es Imponiergehabe, fehlende Fahrerfahrung oder Selbstüberschätzung: Die „jungen Fahrer“, nicht älter als 25 Jahre, gehören noch immer zu der auffälligsten Risikogruppe. Das Ziel, ihre Mobilität im Alter zu erhalten, und den älteren Verkehrsteilnehmern dabei auch Ängste vor dem Verlust des Führerscheins aus Altersgründen zu nehmen, verfolgt das erst im vergangenen Jahr eingerichtete Fahrtraining für die Generation 65plus „Fit im Auto“.

Generation 65plus soll „Fit im Auto“ sein

Senioren mit Wohnsitz im Landkreis erhalten die Möglichkeit, ihr eigenes Können hinter dem Steuer praktisch zu testen und gemeinsam mit Experten zu hinterfragen. Auftakt des Programms „Fit im Auto“ nach dem Motto: „Unter Gleichgesinnten ohne Stress und Druck üben“ ist am 18. April in Ganderkesee.

Eigene Angebote in Delmenhorst

In Delmenhorst bietet die dortige Verkehrswacht eigene Angebote an.

Neu ist im Kreis die Erweiterung zu „Fit im Auto“, der Aufbaukurs „Fahrsicherheitstraining Pkw für Senioren“. Teilnehmern von „Fit im Auto“ wird dabei die Möglichkeit geboten, auf einem Verkehrsübungsplatz in Ganderkesee, Huntlosen oder Wildeshausen ihr Erlerntes zu vertiefen und zu erweitern. Start ist am 10. März auf dem Übungsplatz der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne in Delmenhorst. Neben Bremsübungen auf glatter Fahrbahn werden dann auch Einparken und Abbiegen geschult.

Schulwegsicherheit ist neuestes Projekt

Jüngstes Projekt und noch in der finalen Planungsphase ist die Schulweg-Kampagne „Sicher zur Schule“. Sie soll noch in diesem Monat in den Kindergärten in der Gemeinde Ganderkesee anlaufen.

„Dieses Programm richtet sich an Kinder im letzten Kindergartenjahr. Mithilfe von kostenfreien Ausbildungsmedien sollen Erzieher in Zusammenarbeit mit den Eltern die Kinder auf den sicheren Weg zur Schule vorbereiten“, erläutert der Sicherheitstrainer der Verkehrswacht Gerhard Herrmann.


Weitere Informationen zu den Seniorentrainings bei der regioVHS unter (04222) 44444. Infos und Anmeldung zum Training Pkw/Motorrad auf: www.landesverkehrswacht.de/verkehrswacht-fuer-den-landkreis-oldenburg/termine.html

Risikofaktor Alter

Ob pensioniert oder noch nicht mal in der Schule: Der Straßenverkehr ist für jede Altersgruppe risikoreich, weiß Sicherheitstrainer Gerhard Herrmann.

Warum ist ein durchgängiges Schulungskonzept so wichtig?

Um die Verkehrssicherheit allgemein zu steigern, machen wir Angebote vom Kindergarten bis zu den Senioren. Dies unter der Berücksichtigung, dass jede Altersgruppe im Straßenverkehr individuelle Risiken birgt.

Warum gibt es erstmals eine Erweiterung des Angebots für ältere Fahrer?

Der Bedarf ist da und der Wunsch, das Wissen zu vertiefen. Und prozentual gesehen ist die Gruppe der älteren Fahrer an immer mehr Unfällen beteiligt.

Wie steht es vor Beginn der Saison um die Biker?

Mit Beginn des 2. Quartals bieten wir wieder spezielle Motorradfahrertrainings an.

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