Klimaschutz-Aktionstag Erzieher lernen in Ganderkesee mehr über Mobilität

Von Alexandra Wolff

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So ist es in Ordnung, wenn man fürs Autofahren pusten muss: Mitarbeiter von Kindertagesstätten und Horten haben kleine Autos gebastelt, die mithilfe von Atemluft fahren. Foto: Alexandra WolffSo ist es in Ordnung, wenn man fürs Autofahren pusten muss: Mitarbeiter von Kindertagesstätten und Horten haben kleine Autos gebastelt, die mithilfe von Atemluft fahren. Foto: Alexandra Wolff

Ganderkesee. „Ich will aber mit dem Fahrrad zur Kita fahren!“ Wenn die Kinder solche Sätze sagen, hat der Klimaschutz-Aktionstag viel erreicht. Wie man Kindern das Thema Klimaschutz mit dem Schwerpunkt Mobilität näherbringt, haben 30 Erzieher, Heilerziehungspfleger und Sozialassistenten bei der Erziehefortbildung erfahren. Im Umweltzentrum Hollen haben sie am Mittwoch den Klimaschutz-Aktionstag vorbereitet.

Mit dem Auto zu fahren, ist nicht gut. Mit dem Fahrrad zu fahren oder zu Fuß zu laufen, ist viel gesünder und mit dem Bus zu fahren, fördert die Selbstständigkeit. Das weiß jedes Kind. Und Erzieher, Heilerziehungspfleger und Sozialassistenten erst recht.

Doch zu Beginn der Erzieherfortbildung zur Vorbereitung des Klimaschutz-Aktionstages mussten diese sich an die eigene Nase fassen. Wie sind sie in das Regionale Umweltzentrum (RUZ) Hollen gekommen? Zu Fuß? Mit dem Fahrrad? Mit dem Bus? Nein, ausnahmslos alle sind mit dem Auto gekommen. Immerhin: Fast die Hälfte von ihnen hat Fahrgemeinschaften gegründet. „Na ja, bei den eisigen Temperaturen heute kann man auch nicht erwarten, dass die Leute mit dem Fahrrad kommen“, gesteht Katharina Witte, Projektmitarbeiterin beim RUZ, den Fortbildungsteilnehmern zu. Und der Bus? Der fährt nur alle zwei Stunden.

Autos, die mit Luft fahren

Das wäre alles kein Problem, wenn die Autos mit dem gleichen Treibstoff fahren könnten wie die Autos, die die Teilnehmer während der Fortbildung gebastelt haben. Die kleinen Pappvehikel hatten anstelle eines Motors einen Luftballon am Heck und wenn man den kräftig aufblies, konnte das kleine Gefährt tatsächlich einen Satz nach vorne flitzen.

„Wenn die Teilnehmer mit den Kita- und Hortkindern diese Autos basteln, können sie dabei mit den Kindern ins Gespräch kommen“, erläutert Witte den pädagogisch wertvollen Hintergrund dieser Ingenieurskunst. „Das Thema Mobilität ist ja viel zu sperrig für die Kinder. Aber wenn sie mit ihren selbst gebastelten Autos spielen oder vielleicht Wettrennen veranstalten, kann man ihnen schon anschaulich zeigen, wie diese kleinen Autos und wie die Autos ihrer Eltern angetrieben werden.“

E-Bike statt Führerschein

Muskelkraft hingegen ist der Antrieb, der das Fahrgerät bewegt, bei dem es in einem anderen Workshop ging: Heiko Evers von Zweirad Evers in Ganderkesee zeigte den Männern und Frauen, wie man Fahrräder reparieren kann. „Oft ist die Scheu ja noch recht groß, mal selbst einen Fahrradschlauch zu flicken“, erläutert Witte den Gedanken hinter dieser Aktion.

„Ich fahre viel Fahrrad. Und meine Mitarbeiterin hat ein E-Bike“, sagt Birgit Geerken, Leiterin des Kindergartens Schatzinsel in Hoykenkamp, und zeigt auf eine junge Frau mit schwarzen Haaren. „Ja, ich habe keinen Führerschein“, nickt Joana Korn, die als Heilerziehungspflegerin in der internationalen Gruppe der Schatzinsel arbeitet. „Deswegen bin ich von meinem E-Bike abhängig.“

Kinder wissen, wie man Müll trennt

Aber auch so achten die Kindergärten darauf, dass die Kinder sich im Alltag umweltgerecht verhalten, ist Güllü Koyuncu, Erzieherin bei der Kita Sonneninsel in Bookholzberg, aufgefallen: „Die Kinder sollen immer das Licht ausmachen, wenn sie den Raum verlassen, das Wasser nicht unnötig laufen lassen und viele wissen auch schon, wie man Müll trennt.“

Der Klimaschutz-Aktionstag findet am Freitag, 20. April statt. Manche Einrichtungen planen sogar, eine ganze Woche daraus zu machen.


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