Junglandwirtetag 2018 Ministerin Otte-Kinast fordert in Stenum moderne Tierhaltung

Von Bettina Dogs-Prößler

Die Junglandwirte Jana Eilers, Christian Hohnholz und Dietz Wiechers (v.l.) haben mit dem Vorstand der Junglandwirte Niedersachsen Hendrik Brunkhorst, Viktoria-Sophie Möhlenhof und Niklas Behrens die Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast als Gastrednerin nach Stenum geholt. Foto: Bettina Dogs-PrößlerDie Junglandwirte Jana Eilers, Christian Hohnholz und Dietz Wiechers (v.l.) haben mit dem Vorstand der Junglandwirte Niedersachsen Hendrik Brunkhorst, Viktoria-Sophie Möhlenhof und Niklas Behrens die Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast als Gastrednerin nach Stenum geholt. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Ganderkesee-Stenum. Niedersachsens Junglandwirte stehen vor einem Umbruch. Worin genau die Herausforderungen liegen, war am Montag bei Backenköhler in Stenum Thema des diesjährigen Junglandwirtetags.

Die deutschen Jungbauern stehen vor Herausforderungen. Mehr Tierschutz, besseres Umweltbewusstsein, wechselnde politische Rahmenbedingungen und ein schlechtes Image in der Gesellschaft: „Uns stehen mittel- und langfristig viele Veränderungen bevor“, sagte Niklas Behrens, Vorsitzender der niedersächsischen Junglandwirte, gestern Vormittag im Festsaal des Landidyll-Hotels Backenköhler.

Einstündige Podiumsdiskussion

330 Bauern vor allem der jüngeren Generation hatten sich aus verschiedenen Regionen Niedersachsens auf den Weg gemacht, um beim jährlichen Junglandwirtetag über das zu sprechen, was sie aktuell bewegt.

Es braucht Mut, um Bauer zu werden

Für die Redebeiträge im Vorfeld der fast einstündigen Podiumsdiskussion hatten die Junglandwirte Niedersachsen mit Unterstützung der Junglandwirte Oldenburg namhafte Referenten nach Stenum geholt. Neben Hubertus Paetow, Vizepräsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, und Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen, sprach auch die neue niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast.

„Heutzutage gehört viel Mut dazu, Landwirt zu werden“, meinte die CDU-Politikerin.

Das sieht auch Johannes Ritz aus Kirchlinteln so.

Haltungsbedingungen ändern

Der 26-jährige Schweinehalter aus Kirchlinteln hat im Alter von 23 Jahren den Betrieb seiner Eltern übernommen und weiß: „Es ist gar nicht so einfach, sich den Herausforderungen zu stellen.“ Nach der Betriebsübernahme hat der studierte Landwirt die Haltungsbedingungen seiner Schweine geändert, einen tiergerechteren Außenklimastall gebaut und darauf auch seine Vermarktungsstrategie aufgebaut.

Blick in die Glaskugel

„Wir müssen die höheren Anforderungen an uns umsetzen und können damit auch eine höhere Effizienz erzielen“, sagte er in seinem Redebeitrag „Berufliche Zukunft eines Junglandwirtes: Blick in die Glaskugel?“ So seien große Teile der Verbraucher bereit, im Sinne des Tierwohls auch mehr für Lebensmittel auszugeben.

Von der Politik forderten er sowie die anderen Redner dafür beständige Rahmenbedingungen, damit langfristige Investitionen überhaupt zuverlässig planbar seien. „Wir können nicht jedes Jahr in eine andere Richtung laufen“, meint etwa Niklas Behrens.

Fortschritt und eine moderne Tierhaltung

Tiergerechtere Haltungsbedingungen, Nachhaltigkeit, Planungssicherheit, Digitalisierung und öffentliche Akzeptanz – das waren die großen Themen des Junglandwirtetages 2018. Ministerin Barbara Otte-Kinast: „Wir brauchen Fortschritt und eine moderne Tierhaltung in Niedersachsen, um Agrarland Nummer eins zu bleiben.

Agrarinvestitionsprogramm gehört auf den Prüfstand

Und eine Tierhaltung, die gleichzeitig Wirtschaftlichkeit, Umweltbewusstsein und Tierwohl miteinander vereine, sei in Niedersachsen möglich und sowohl von der Gesellschaft als auch den Bauern gewollt. Allerdings gehörten im Detail einige Regelungen und Förderkriterien des Agrarinvestitionsprogramms, das derzeit vor allem tierfreundliche Stallbauten unterstützt, auch auf den Prüfstand.