Wirtschaft im Landkreis Oldenburg Gewerbegebiet in Dötlingen meistert Hürde

Von Reiner Haase

Die Bürgermeister dreier Kommunen, der Landkreis und die Wirtschaftsförderung ziehen beim interkommunalen Gewerbegebiet an der B 213 an einem Strang. Archivfoto: Reiner HaaseDie Bürgermeister dreier Kommunen, der Landkreis und die Wirtschaftsförderung ziehen beim interkommunalen Gewerbegebiet an der B 213 an einem Strang. Archivfoto: Reiner Haase

Dötlingen. Dötlingen stellt die Weichen für das interkommunale Gewerbegebiet an der Bundesstraße 213. Der Gemeinderat soll im März und April erste Planungen absegnen.

Der gut ein halbes Jahr alte Vertrag zwischen Dötlingen, Wildeshausen und Prinzhöfte für ein interkommunales Gewerbegebiet an der Bundesstraße 213 wird jetzt schrittweise planerisch unterfüttert. Der Dötlinger Gemeinderat soll Mitte März einer Änderung des Flächennutzungsplans für das rund 20 Hektar große Areal zustimmen. Es liegt gegenüber dem Prinzhöfter Gewerbegebiet Simmerhausen und wird von der B 213, der Iserloyer Straße und der Straße Brakland begrenzt.

Ackerland wird Gewerbegrund

Abgesehen von einem Grünstreifen mittendurch, wird das für die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben vorgesehene Gelände zurzeit als Ackerfläche genutzt. Im Flächennutzungsplan ist die gewerbliche Nutzung seit etlichen Jahren vorgezeichnet. Der alten Planung zufolge sollte die Iserloyer Straße für eine reguläre Kreuzung mit der Bundesstraße und der Iserloyer Straße nach Süden verschwenkt werden. Das wird inzwischen als überflüssig eingestuft. Eine grüne Fläche jenseits der Gehölze, die den Grünstreifen begrenzen, soll nun der Nutzfläche zugeschlagen werden.

FDP gegen Planung

Im Bauausschuss sind die von Thomas Aufleger, Planungsbüro NWP, vorgestellten Änderungen durchgegangen. Eine Gegenstimme gab es vonseiten der FDP, die wie unmittelbare Anlieger die Planung ablehnt. Die Gebäudeservicefirma RDG hat den Firmensitz schon von Dötlingen nach Delmenhorst verlegt, weil das Gewerbegebiet ihrem Inhaber direkt vor das Anwesen zwischen Brakland und Altonaer Mühlbach gesetzt wird.

Weniger Druck für Bebauungsplan

Laut Zeitplan der Verwaltung sollte der Gemeinderat im März auch noch gleich über den Entwurf für den detaillierteren Bebauungsplan und seine öffentliche Präsentation in einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung abstimmen. Der Bauausschuss hat etwas Druck vom Kessel genommen und diese Abstimmungen auf die Ratssitzung im April verschoben. Die Fraktionen wollen in Ruhe beraten und gegebenenfalls Anregungen von Anliegern aufnehmen.

Mit Rücksicht auf die Anlieger ist laut Planer Aufleger eine abgestufte Nutzung der Flächen vorgesehen. Zur Straße Brakland hin sind die Grundstücke Gewerbebetrieben vorbehalten. Entlang der Bundesstraße kann sich auch Industrie niederlassen, wenn die Betriebe bestimmte Auflagen einhalten.

Stichstraßen vom Brakland aus

Das vom Grünstreifen geteilte Gewerbegebiet soll über zwei Stichstraßen vom Brakland aus erschlossen werden. Planer Aufleger regt an, die Straße Brakland in der Mitte zu sperren, weil sie keine überörtliche Verbindungsfunktion hat. Eine Verkehrszählung hat ergeben, dass die Straße abgesehen vom Anliegerverkehr nur von einigen Autofahrern als Abkürzung genutzt wird.

Aus ökologischer Sicht fallen laut Planer Aufleger vor allem der Grünstreifen, der erhalten werden soll, und in Bäumen nistende Fledermäuse ins Gewicht. Regenwasser soll in beiden Teilbereichen in einem Rückhaltebecken aufgefangen, Schmutzwasser im Wildeshauser Klärwerk gereinigt werden.

Nachhaltigkeit im Blick

Die Grünen haben angeregt, ein auf nachhaltige Gewerbeplanung spezialisiertes Fachbüro einzuschalten. Der Fachausschuss ist gespalten: Einige Mitglieder befürchten Auflagen, die interessierte Betriebe abschrecken, andere erhoffen sich wertvolle Anregungen. Gabriele Roggenthin (Grüne) ist überzeugt, dass für nachhaltige Planungen Fördergeld eingeworben werden kann.