Hoykenkamper verärgert Gelbe Säcke tagelang an der Straße liegengelassen

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Anwohner der Modersohnstraße in Hoykenkamp wie (von links) Tabea Sparkuhl und Miriam Augustin mit den Kindern Frieda, Luis und Emil sind verärgert darüber, dass die gelben Säcke nicht abgeholt worden sind. Foto: Thomas DeekenAnwohner der Modersohnstraße in Hoykenkamp wie (von links) Tabea Sparkuhl und Miriam Augustin mit den Kindern Frieda, Luis und Emil sind verärgert darüber, dass die gelben Säcke nicht abgeholt worden sind. Foto: Thomas Deeken

Hoykenkamp. Die gelben Säcke in der Hoykenkamper Modersohnstraße wurden einfach nicht abgeholt. Das ärgert die Anwohner. Seit Dienstag sind die Säcke weg, aber das eigentliche Problem liegt in einer neuen Auflage der Berufsgenossenschaft, der zufolge Fahrer aus Sicherheitsgründen nur noch bedingt rückwärts fahren sollen.

Die Anwohner der Modersohnstraße in Hoykenkamp sind sauer: Seit Anfang des Jahres sind die gelben Säcke nicht mehr an den Terminen, wie sie im Abfallkalender aufgeführt sind, abgeholt worden, sondern erst nach mehreren Anrufen beim zuständigen Entsorgungsbetrieb Remondis. Zuletzt lagen die Müllsäcke sogar tagelang über das Wochenende hinaus an der Straße. Der Grund: Der Entsorger kann mit seinen großen Fahrzeugen nicht vorwärts in die enge Privatstraße fahren, weil er nicht wenden kann. Und rückwärts fahren darf er auch nicht – wegen des hohen Unfallrisikos. Also setzte der Betrieb mit Verspätung ein kleineres Fahrzeug ein, um die Säcke einzusammeln. Jetzt warten sowohl die Anlieger wie Miriam Augustin und Tabea Sparkuhl, als auch Disponent Rudi Schmidtke von Remondis auf eine vernünftige Lösung für alle, wie eine dk-Nachfrage ergab.

Schäden beim Rückwärtsfahren

Der Ärger habe mit der Umstellung vom Entsorgungsbetrieb Heinemann auf Remondis begonnen, sagen die beiden Anwohnerinnen der rund 180 Meter langen Straße, von der auch noch ein enger Abschnitt abzweigt. Seit dem 1. Januar gebe es außerdem bei der Berufsgenossenschaft der Fahrer eine neue Auflage, sagt Uwe Dölemayer, der stellvertretende Leiter des Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft: „Seitdem dürfen die Fahrer ihren Wagen nur noch bedingt rückwärts lenken.“ Auch die normale Abfuhr mache Probleme. Man denke aber derzeit über eine Lösung nach. „Bis zur Klärung soll die Entsorgung aber weiterlaufen“, versichert Dölemayer.

Vorher seien die gelben Säcke immer mitgenommen worden. Allerdings habe es auch früher beim Rückwärtsfahren Schäden an Mauer und Zaun gegeben. Die seien aber auch immer vernünftig geregelt worden, sagt Tabea Sparkuhl, die zuletzt derart verärgert gewesen sei, dass sie nicht mehr bei Remondis angerufen habe. Prompt seien die Müllsäcke mehrere Tage liegen geblieben.

Heinemann fährt nach wie vor rückwärts

Die beiden Anwohnerinnen sind nicht nur deshalb empört, weil die stinkenden Säcke an der Straße liegengeblieben sind, sondern auch deshalb, weil sie ja für die Entsorgung bezahlen. Darüber hinaus sei es ungewöhnlich, dass das Unternehmen Heinemann nach wie vor rückwärts in die Straße fährt, um die braunen, schwarzen und grünen Tonnen zu leeren.

„Das wird aber auch nicht mehr lange so weitergehen“, sagt Heinemann-Betriebsleiter Marcus Maichrzak. Er werde dem Landkreis in Kürze einen Vorschlag unterbreiten, wie es gehen könnte. Details nannte er jedoch nicht. Der Landkreis müsse dann darüber entscheiden. Bis dahin werde der Müll aber wie gewohnt abgeholt.

„Sehr unglücklich für Anlieger“

Disponent Schmidtke von Remondis räumte ein, dass die Situation für die Anlieger sehr unglücklich sei und dass das Problem nicht auf deren Rücken ausgetragen werden dürfe. Er warte jetzt auf einen endgültigen Vorschlag vom Dualen System Deutschland.

Die gelben Säcke seien im Übrigen deshalb nicht abgeholt worden, weil wegen grippekranker Mitarbeiter kein Extra-Fahrzeug eingesetzt werden konnte. Das werde aber umgehend nachgeholt. Spätestens am Mittwoch werde eine Pritsche im Einsatz sein. Und tatsächlich: „Es hat wirklich geklappt“, hat Augustin sichtlich erleichtert ausgerufen, als sie am Dienstag von der Arbeit kam. „Die Müllsäcke der gesamten Nachbarschaft wurden abgeholt.“

Wie es in Zukunft weitergehen könnte, ist derzeit dennoch offen. Möglicherweise müssen sich die Anwohner der Modersohnstraße darauf einstellen, dass sie künftig ihre Abfalltonnen und die gelben Säcke an die Schierbroker Straße stellen müssen. Dann wird es allerdings auch dort richtig eng.


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