Klimaschutz in Ganderkesee Windkraft-Repowering geht in Bergedorf weiter

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Das Repowering ist abgeschlossen: Im Windpark Hengsterholz warten Bauteile alter Anlagen wie Rotorblätter und Naben im Schatten neuer Windenergieanlagen auf den Abtransport. Foto: Reiner HaaseDas Repowering ist abgeschlossen: Im Windpark Hengsterholz warten Bauteile alter Anlagen wie Rotorblätter und Naben im Schatten neuer Windenergieanlagen auf den Abtransport. Foto: Reiner Haase

Ganderkesee. Im Windpark Bergedorf soll noch in diesem Jahr das Repowering beginnen. Mit zwei Neubauten statt der fünf älteren und kleineren Windkraftanlagen soll ein Leistungssprung erreicht werden.

Die WPD-Windmanager aus Bremen bringen den 17 Jahre alten Windpark Bergedorf auf Trab. „Wir haben jetzt den Antrag auf Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz für zwei neue Anlagen eingereicht“, berichtet Daniel Engelhardt. „Wir hoffen, dass sich noch vor Ende 2018 auf den Baustellen ’was tut“, ergänzt der WPD-Mitarbeiter.

200 Meter Gesamthöhe

Zurzeit stehen im Windpark westlich von Bergedorf fünf Windenergieanlagen mit 6,5 Megawatt Gesamtleistung. Künftig werden in der Bergedorfer Feldmark zwei Anlagen mit zusammen acht Megawatt Leistung stehen. Bei den bisherigen Anlagen mit 68 Metern Nabenhöhe erreichten die Rotorblattspitzen eine Höhe von 100 Metern. Künftig werden es bei 135 Metern Nabenhöhe maximal 198 Meter Rotorblattspitzenhöhe sein.

Höher und leistungsfähiger

Die Leistungssteigerung am Standort Bergedorf passt ins Klimaschutzkonzept der Gemeinde Ganderkesee. Im Jahr 2010 hat Ganderkesee die anfangs verfügte Höhenbegrenzung auf 100 Meter aufgehoben und so den Ersatz der älteren Anlagen durch größere und leistungsfähigere ermöglicht. Im Windpark Hengsterholz ist das „Repowering“ genannte Austauschprogramm „alt und schwach gegen neu und stark“ im letzten Jahr abgeschlossen worden.

Rückzug in Grüppenbühren

Das Repowering-Projekt in Bergedorf wird das vorläufig letzte im Gebiet der Gemeinde Ganderkesee sein. Der Versuch, den Leistungssprung auch im Windpark Grüppenbühren zu wagen, ist im ersten Anlauf abgebrochen worden. Orts- und Heimatvereine hatten sich Bedenken von Windkraftgegnern zu eigen gemacht. Sie verweisen vor allem auf ungeklärte Folgen des Infraschalls, den die Anlagen erzeugen, auf Schattenwurf und Discoeffekt, auf Vogelschlag und Wertverlust von Immobilien.

Verankert im Dorf

Bedenken dieser Art sind in Bergedorf bisher genauso wenig laut geworden wie in Hengsterholz. „Die Betreiber pflegen ein gutes Verhältnis zur Dorfgemeinschaft“, stellte Peter Meyer, der Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung, in der jüngsten Sitzung des Fachausschusses des Gemeinderats fest. Meyer wies auch darauf hin, dass die ausgewählten Standorte der beiden neuen Windkraftanlagen in den Sondergebieten für Windenergie liegen, die im Flächennutzungsplan der Gemeinde ausgewiesen sind.

Erst Neubau, dann Abriss

WPD-Mitarbeiter Engelhardt geht davon aus, dass in Bergedorf wie zuvor auch in Hengsterholz zunächst die neuen Anlagen errichtet und dann die alten sorgfältig abgetragen werden. Für alte Anlagen gebe es einen Markt. „Sie gehen meist ins Ausland“, so Engelhardt.


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