„Zwaig“ bei Hawart in Ganderkesee Weltweit als Metallbauer in der Windkraftbranche unterwegs

Von Thomas Deeken

Sie haben am Montag über Ausbildung bei Hawart Sondermaschinenbau in Ganderkesee informiret: (von rechts) Geschäftsführer Reinhard Bonke und Betriebsleiter Christian Schaur. Foto: Thomas DeekenSie haben am Montag über Ausbildung bei Hawart Sondermaschinenbau in Ganderkesee informiret: (von rechts) Geschäftsführer Reinhard Bonke und Betriebsleiter Christian Schaur. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee. Bei Hawart Sondermaschinenbau in Ganderkesee werden unter anderem Transportsysteme für die Windenergiebranche hergestellt. Am Montag informierte die Geschäftsführung vor Schülern der Ganderkeseer Förderschule Lernen über die Ausbildung zum Metallbauer.

„Wir brauchen Haupt- und Realschüler, die sagen: Wir wollen arbeiten.“ Das haben Reinhard Bonke, Geschäftsführer und Eigentümer von Hawart Sondermaschinenbau in Ganderkesee, sowie Betriebsleiter Christian Schaur am Montag vor Neuntklässlern der Förderschule Lernen am Habbrügger Weg in Ganderkesee betont. Die Jugendlichen hatten gemeinsam mit der Ausbildungsplatzinitiative „Zwaig“ mit Norbert Klüh an der Spitze das Unternehmen am Handwerksweg besucht, um sich über den Beruf des Metallbauers in der Fachrichtung Konstruktionstechnik zu informieren.

Jugendliche der Förderschule informiert

Eigentlich waren auch Schüler der Oberschulen Ganderkesee und Bookholzberg sowie der Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen erwartet worden. Wegen Krankheit, so Klüh, reduzierte sich die Zahl der interessierten Jugendlichen allerdings auf Leon, Daniel und Nicklas, die an ihrer Schule den Hauptschulabschluss anstreben.

Transportsysteme für Windkraftbereich

Die Firma Hawart, abgekürzt für „Handel mit Waren aller Art“, wurde 1987 in Bremen gegründet. 1988 zog sie nach Ganderkesee, wo sie inzwischen von den drei Geschäftsführern Bonke, Bernd Kläner und Willy B. Körner geleitet wird. „Wir sind sehr stark in der Windkraftbranche unterwegs“, erläuterte Bonke, wodurch sich auch der Slogan „Windpower in motion“ im Firmennamen erklärt. Das Unternehmen mit acht Mitarbeitern in der Konstruktion und rund 50 in der Werkstatt stellt für den internationalen Markt unter anderem die unterschiedlichsten Transportsysteme für Windkrafträder für den Straßen- und Seeweg sowie riesige Werkzeuge für den Formenbau von Rotorblättern her. Dabei konzentriert sich der Betrieb auf den Bau von Prototypen und setzt auf Qualität und Geschwindigkeit. „Wir versuchen, für die Flügelhersteller alles von A bis Z anzubieten“, erklärten Bonke und Schaur.

Derzeit fünf Auszubildende

In der Firma lernen derzeit fünf Auszubildende, die in dreieinhalb Jahren ein nach Angaben der Geschäftsführung vielseitiges Programm durchlaufen, in dem umfangreiches Fachwissen vermittelt wird. Dazu gehören beispielsweise das Sägen, Fräsen, Bohren, Feilen, Drehen, Schleifen, Schweißen und Montieren, um sich am Ende Metallbauer nennen zu dürfen – ein Beruf, in dem laut Schaur im Einzelnen auch der Schweißer, der Schlosser, der Monteur sowie der Zerspanner stecken.

Nur wenige Bewerbungen

Das Problem bei Hawart, so die Geschäftsleitung: Für den Ausbildungsberuf des Metallbauers gebe es sehr wenige Bewerbungen. Viele junge Leute würden lieber ins Studium oder in einen kaufmännischen Beruf gehen. Möglicherweise sei das Ganderkeseer Unternehmen auch nicht jedermann bekannt. Daher beabsichtige Hawart, künftig noch mehr in die Offensive zu gehen, wenn es um das Thema Ausbildung geht. Dazu Bonke: „Eine gute handwerkliche Ausbildung wird in einigen Jahren mehr Wert sein als ein Studium.“ Es werde nach Tarif bezahlt. Und man könne auch weltweit auf Reisen sein, um Bauteile zu montieren.