Wohnungsbau in Ganderkesee CDU läuft mit Wohnbauvorschlag im Ortszentrum auf

Von Reiner Haase

Politik und Verwaltung lehnen Wohnbau auf dem Gelände des Rettungszentrums Ganderkesee ab. Archivfoto: Reiner HaasePolitik und Verwaltung lehnen Wohnbau auf dem Gelände des Rettungszentrums Ganderkesee ab. Archivfoto: Reiner Haase

Ganderkesee. Wohnraumverdichtung auf den Grundstücken des Rettungszentrums in Ganderkesee: Dieser Vorschlag der CDU wird von den anderen Parteien abgelehnt. Die Verwaltung äußert große Skepsis.

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat Ganderkesee ist gestern im Ausschuss für Gemeindeentwicklung mit ihrem Vorschlag für verdichteten Wohnungsbau an der Urneburger Straße klatschend auf den Bauch gefallen. Sprecher aller anderen Ratsparteien wandten sich eindeutig dagegen aus, die Gebäude auf den Grundstücken Urneburger Straße 2 und 4 mit Ausnahme der Feuerwehrgebäude abzureißen, mit verdichtetem Wohnbau neu zu gestalten und gegebenenfalls auch noch die Eigentümer angrenzender Grundstücke zu animieren, Flächen für Wohnbau zu nutzen. Auch die Gemeindeverwaltung ist mehr als skeptisch: „Wir machen nicht Wind und Wellen für Dinge, die politisch nicht abgedeckt sind“, betonte Bürgermeisterin Alice Gerken.

„Nur Feuerwehr gesetzt“

Auf den Grundstücken im Besitz der Gemeinde stehen zurzeit zwei kleinere Wohnhäuser sowie ein großes Gebäude, in dem einst die Feuerwehrtechnische Zentrale untergebracht war. Jetzt wird es von den Maltesern für ihre Rettungswache, vom DRK-Ortsverein und für Wohnzwecke genutzt. Ratsherr Ralf Wessel, mit seinem Fraktionskollegen Stephan Neitzel Initiator des CDU-Vorschlags, sieht die Chance zu „strategischer Ortskernentwicklung“. „Wir müssen tätig werden. Gestaltungsspielraum ist am größten auf Flächen, die die Gemeinde in der Hand hat“, betonte Wessel im Ausschuss für Gemeindeentwicklung. Nur die Feuerwehr sei an diesem Standort „gesetzt“.

Verbände beruhigt

„Die Gemeinde hat gerade 200000 Euro in die Sanierung der beiden Wohnhäuser gesteckt“, rief Christel Zießler (SPD), die Vorsitzende des Ausschusses, in Erinnerung. Rolf Oetken, ebenfalls SPD, benannte die Finanzierbarkeit und den Zeitfaktor als Hemmnisse. Außerdem müsste für die Mieter neuer Wohnraum gefunden werden. „Die Feuerwehr, die Malteser und das DRK müssen keine Angst haben, dass sie da rausmüssen“, lautete sein Fazit.

„Wohnbau nicht an dieser Stelle“

„Wohnbau kommt an dieser Stelle nicht in Frage“, erklärte Hans-Jürgen Hespe für die CDU kategorisch. Der Aussage pflichtete Arnold Hansen (Freie Wähler) „zu 100 Prozent“ bei. „Die Grünen teilen die Skepsis der Verwaltung“, sagte Jens Volbert. Thorsten Busch (UWG) betonte nicht nur, das CDU-Projekt sei „mit uns nicht zu machen“. Er erinnerte daran, dass die Kreuzung und die Straße vor den Grundstücken bei starkem Regen regelmäßig absaufen. Mit dichtem Wohnbau und Flächenversiegelung werde das Problem verschärft. Und Marion Daniel (FDP) hatte einen gerade absolvierten Besuch der FDP/FW-Kreistagsgruppe in der Rettungswache gut in Erinnerung: „Die Malteser fühlen sich dort gut untergebracht.“