Stromleitung Ganderkesee-St. Hülfe Tennet kommt mit Stromleitungsbau langsam voran

Von Reiner Haase

Die Freileitungen werden an bis zu 60 Meter hohe Masten gehängt. Symbolfoto: dpaDie Freileitungen werden an bis zu 60 Meter hohe Masten gehängt. Symbolfoto: dpa

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Tennet kommt beim Bau der Höchstspannungsleitung Ganderkesee-Sankt Hülfe schrittweise voran. Es werden Bewirtschafter der Schutzstreifen gesucht.

Für die Höchstspannungsleitung von Ganderkesee nach Sankt Hülfe hat Stromnetzbetreiber Tennet zurzeit viele Baustellen offen – einige im wörtlichen, aber noch mehr im übertragenen Sinne. Bei Barnstorf wird seit Dezember gebaut, andernorts sind noch Gespräche mit Grundstückseigentümern und Baustellenplanungen offen. „Der Bau ist aber genehmigt, und es gibt schon die ersten Nachbewilligungen“, berichtete Inga Wilken, Bürgerreferentin bei Tennet, jetzt im Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Landkreises Oldenburg.

Übergangsstationen werden größer

Eine nicht unerhebliche Änderung betrifft die Gemeinde Ganderkesee, wo die 380-Kilovolt-Leitung vom Umspannwerk am Schlutterweg bis vor Strudthafe als Erdkabel verlegt, in Strudthafe an bis zu 60 Meter hohe Maste gehängt und dann wieder bis zur Gemeindegrenze unterirdisch verlegt wird. Für die beiden Übergangsstationen vor und hinter Strudthafe werde wesentlich mehr Fläche benötigt als ursprünglich geplant, berichtete Wilkens Kollegin Mascha Braun. Statt 2500 Quadratmeter werden rund 10000 Quadratmeter benötigt. Tennet sucht auch noch Bewirtschafter der 25 Meter breiten Schutzstreifen über den Erdkabeln. Und der Streit zwischen Tennet und den Landvolkverbänden über einmalige Abfindungen oder dauerhafte Zahlungen wird weiter vor Gericht ausgetragen, inzwischen auf der Ebene des Bundesgerichts.

Physik auf dem Prüfstand

Auf Nachfrage des Ganderkeseer Grünen-Abgeordneten Reinhold Schütte erläuterte Braun, warum es auf Ganderkeseer Gebiet den Wechsel von Erdkabel zu Überlandleitung und wieder zurück gibt. „Fragen Sie mich nicht nach Details, aber in Erdkabeln laufen andere physikalische Prozesse ab als in Freileitungen. Der Wechsel mit der Übergabestation soll erprobt werden. Außerdem hat Tennet sich nicht mit allen Eigentümern auf die erforderliche Nutzung eines Geländestreifens einigen können.“ Der Kostenfaktor – Erdkabel ist fünfmal teurer als Freileitung – habe eine untergeordnete Rolle gespielt.

Waldränder gewinnen Vielfalt

Weit vor dem ersten Spatenstich für die Höchstspannungsleitung in Ganderkesee hat Tennet schon die ersten ökologischen Ausgleichsmaßnahmen gegeben. Günter Westermann, Vorsitzender des Kreistags-Fachausschusses, Landwirt und Waldbesitzer aus Meierhafe, lud die Fachpolitiker des Kreistags zu einer Besichtigung ein. Dabei geht es unter anderem um Artenvielfalt an Waldrändern.