Abfall im Landkreis Oldenburg Immer mehr Verpackungsmüll im Landkreis Oldenburg

Von Reiner Haase

Gelber Sack, gelbe Tonne oder beides kombiniert: Über Verfahren der Erfassung von Verpackungsabfällen kann der ansonsten für die Abfallwirtschaft zuständige Landkreis Oldenburg nur mitreden, aber nicht allein bestimmen. Das entscheidende Wort redet das privatwirtschaftlich organisierte Duale System. Symbolfoto: Marijan Murat/dpaGelber Sack, gelbe Tonne oder beides kombiniert: Über Verfahren der Erfassung von Verpackungsabfällen kann der ansonsten für die Abfallwirtschaft zuständige Landkreis Oldenburg nur mitreden, aber nicht allein bestimmen. Das entscheidende Wort redet das privatwirtschaftlich organisierte Duale System. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa

Landkreis Oldenburg. Laut Kreisverwaltung wird in den Haushalten immer mehr Verpackungsmüll erzeugt. Das System der privatwirtschaftlichen Entsorgung setzt dem Einfluss der öffentlichen Hand Grenzen.

„Den Müll, den wir hier produzieren, müssen wir auch hier bearbeiten“: Mit dieser Überzeugung steht der Michael Feiner, Kommunalpolitiker im Landkreis Oldenburg, nicht allein da. Allerdings musste sich der Umwelt- und Abfallexperte der FDP-Kreistagsfraktion jetzt im Fachausschuss des Kreistags belehren lassen, dass der Kreisverwaltung und der Kreispolitik weitgehend die Hände gebunden sind, wenn es um Kunststoffverpackungsmüll geht, der in den gelben Sack gehört.

Duales System zuständig

„Das rein privatwirtschaftlich organisierte Duale System ist zuständig. Wir können seit kurzem wenigstens mitreden, ob gelbe Säcke oder gelbe Tonnen für die Sammlung verwendet werden. Bestimmen können wir das nicht allein“, stellte Dieter Hahn, der Leiter des Amts für Bodenschutz und Abfallentsorgung, am Dienstagabend im Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss klar.

Minimaler Anteil am Exportmüll

Immerhin weiß die Kreisverwaltung, dass der aus Privathaushalten gesammelte Verpackungsmüll aus Kunststoff nur einen ganz kleinen Teil der Plastikabfälle ausmacht, der bisher zum Recycling nach China verschifft worden ist und den die Chinesen nun nicht mehr haben wollen. Die Masse des bisher über die Weltmeere geschipperten Plastikabfalls, von Hahn mit 770000 Tonnen zu 20000 Tonnen beziffert, stamme nicht aus den dualen Systemen, sondern aus Gewerbe und Industrie.

Sortierung und Aufbereitung

Im Landkreis Oldenburg werden mittels Wertstoffsack jährlich 4500 Tonnen Verpackungsmaterial aus Haushaltungen eingesammelt, Tendenz steigend. Die Firma Remondis bringt das Sammelgut im Auftrag des Dualen Systems in verschiedene Aufbereitungsanlagen, unter anderem zur Gesellschaft für Abfall und Recycling in Bassum-Kastendiek. Dort werden die Verkaufsverpackungen maschinell, zum kleineren Teil auch per Hand sortiert. Dafür Geeignetes wird in Aufbereitungsanlagen für Kunststoffe zu Granulat, Agglomerat oder Mahlgut.

Neues Konzept in Arbeit

Tiefergehende Informationen erhofft sich die FDP-Fraktion von einem Vertreter der Firma Remondis. Er soll gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt eingeladen werden. Vorher will sich der Fachausschuss mit einer Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzepts für den Landkreises Oldenburg befassen. An dessen Entwurf arbeitet zurzeit noch ein Fachbüro. Er soll bis zur Fachausschusssitzung am 17. April reif für die Diskussion sein.