Ärger um Baugebiet Ganderkeseer Anlieger wollen „Sackgassensystem“

Von Alexandra Wolff

Die neuen Baugebiete im Bereich der Oldenburger Straße sorgen in Ganderkesee für Streit. Archivfoto: Thomas DeekenDie neuen Baugebiete im Bereich der Oldenburger Straße sorgen in Ganderkesee für Streit. Archivfoto: Thomas Deeken

Ganderkesee. Die Bewohner zwischen der Grüppenbührener Straße und dem Brüninger Weg sind enttäuscht. Sie wollen, dass die Gemeinde den Bebauungsplan 244 „westlich Brüninger Weg“ anders umsetzt.

„Wenn es morgen nicht läuft, verkaufe ich mein Grundstück und bin weg“, sagte Uwe Josquin gestern mit Blick auf den heute tagenden Gemeindeentwicklungsaussschuss. Er wohnt in der Nähe des Brüninger Wegs. Ab 18 Uhr hat der Gemeindeentwicklungsausschuss unter anderem den Bebauungsplan 244 auf der Tagesordnung stehen.

Entsetzen in der Nachbarschaft

„Der Rat hat doch schon bei drei Enthaltungen unseren Vorschlag angenommen“, zeigt sich Josquin verständnislos. „Und jetzt wurde alles wieder gecancelt. Es herrscht Entsetzen in der Nachbarschaft.“

Einige Ideen übernommen

So sieht das Peter Meyer, Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung, nicht: „Die Ideen von Herrn Josquin haben wir zwar nicht in jedem Punkt umgesetzt - in einigen aber schon: Er wollte beispielsweise eine Wallhecke als Grenze, die wird es geben, auch seine gewünschte Lage der Einfahrt Brüninger Weg. Das Gleiche gilt für die Grundstücksgrößen und seine Idee, ebenerdige Häuser zu bauen.“

Keine Verkehrsberuhigung

Es sei lediglich Abstand genommen worden von der geradlinigen Straßenführung und von der Option der nördlichen Erweiterung bis zur Oldenburger Straße. „Bei einer geradlinigen Straßenführung wird es keine Verkehrsberuhigung geben“, begründet Meyer die Entscheidung. „Und wenn es eine Straße zur Oldenburger Straße gibt, könnten die Baugrundstücke von verschiedenen Seiten erreichbar sein. Ob wir das überhaupt so machen werden, steht allerdings noch gar nicht fest.“

Zu laut, um vor dem Haus zu sitzen

Josquin sieht eine Möglichkeit der Verkehrsberuhigung aber eher in einem „Sackgassensystem“: „Die Anwohner der Grüppenbührener Straße können jetzt schon nicht vor dem Haus sitzen, weil es so laut ist. Wenn es eine weitere Straße gibt, wird es auch von dort aus sehr laut.“

Und durch die Wallhecke solle jetzt eine Straße führen. „Wenn die Wallhecke durchbrochen wird, ist doch alles hin!“

Autobahn und Oldenburger Straße sind auch laut“

Meyer hingegen bezeichnet die mögliche Straße als „Wohnstraße“: „Das Verkehrsaufkommen dort wird sehr gering sein, weil nur Anlieger dort entlang fahren werden.“ Der Verkehrslärm von der Oldenburger Straße oder der A 28 sei viel lauter.