Schulen bekommen Filmpreis Ein Hauch von Hollywood aus Ganderkesee

Von Alexandra Wolff

Den ersten Preis der „Niedersächsischen Filmklappe“ für Förderschulen gab es für Saskia Wortmann, Leon Sänger, Lara Wohlers, Nicklas Henkel (von links nach rechts) und zwölf weitere Schüler. Bürgermeisterin Alice Gerken (vorne links) und Lehrer Arne Osolin (vorne rechts) haben den Film der Schüler unterstützt. Foto: Alexandra WolffDen ersten Preis der „Niedersächsischen Filmklappe“ für Förderschulen gab es für Saskia Wortmann, Leon Sänger, Lara Wohlers, Nicklas Henkel (von links nach rechts) und zwölf weitere Schüler. Bürgermeisterin Alice Gerken (vorne links) und Lehrer Arne Osolin (vorne rechts) haben den Film der Schüler unterstützt. Foto: Alexandra Wolff

Ganderkesee. Ob Förderschüler oder Gymnasiast, ob jung oder noch jünger, ob Männlein oder Weiblein - beim Dreh des Films „Platt rettet die Welt“ wurden sie alle integriert. Sogar nicht Nech-Platt-Snacker. Aber nicht nur dafür wurden die 16 Schüler mit dem ersten Preis der „Niedersächsischen Filmklappe“ geehrt.

Über München und Köln haben sie bereits die Macht. Aber eine kleine, beschauliche Stadt im Norden Deutschlands namens Ganderkesee trotz ihnen: den Moorslökern, den bösen Eindringlingen aus dem Weltall. Denn die Ganderkeseer haben eine Waffe, gegen die die scheinbare Übermacht der Außerirdischen nutzlos ist: Sie sprechen platt.

Kreatives Setting der Schaltzentrale

Deswegen heißt der Film der 16 Schüler des Förderzentrums Habbrügger Weg, des Gymnasiums und der Oberschule in Ganderkesee „Platt rettet die Welt“. „Die Jury hat insbesondere das kreative Setting der Schaltzentrale des Raumschiffs der Moorslöker, die Stunteinlagen knallharter Mädchen und nicht zuletzt die Umsetzung der Story in einer Mischung aus Animations- und Realfilmsequenzen sowie Special Effects beeindruckt“, hieß es in der Laudatio bei der Preisverleihung, die bereits am 8. Februar in Aurich stattfand.

Schon der nächste Film ist geplant

Neben einer Urkunde, einem Pokal und T-Shirts für das Team gab es für die Erstplatzierten der „Niedersächsichen Filmklappe“ in der Rubrik Förderschule 500 Euro und ein Schnittprogramm. „Einige von uns haben sich schon wieder getroffen, um den nächsten Film vorzubereiten“, sagt Nicklas Henkel, Neuntklässler an der Förderschule. „Einer hat schon ein Drehbuch geschrieben, in dem es darum geht, dass ein Junge zusammengeschlagen wird und andere ihm helfen.“ Der Film sei dann aber auf Hochdeutsch.

Plattdeutsche Woche als Initialzündung

Dass der Film teilweise auf niederdeutsch gedreht wurde, liegt an der plattdeutschen Woche. „Da kam es zusammen mit Arne Osolin zu der sehr genialen Idee, einen Film auf plattdeusch zu drehen“, sagt Rathausmitarbeiterin Meike Saalfeld, die zusammen mit Angela Hillen die plattdeutsche Woche organisiert.

Plattdeutsch- und Filmprofis arbeiten zusammen

Arne Osolin ist Lehrer an der Förderschule und hat als Filmberater der Region Nordwest im Niedersächsichen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung schon Erfahrungen mit dem Medium. Hillen als Plattdeutsch-Beauftragte im Landkreis Oldenburg und Dirk Wieting, ihr Pendant für Ganderkesee betreuten als Platt-Profis die Video-AG „de Plattklapp“ mit.

Eingefangen für die Maske

Die Fünft- bis Neuntklässler haben alles selbst gemacht und sich auch die Aufgaben selbst aufgeteilt. Leon Sänger aus der 10 b der Förderschule hat beispielsweise einen Außerirdischen gespielt. „Die Mädchen haben mich dafür geschminkt“, beschreibt er sein kuriosestes Erlebnis während des Drehs. „Dafür mussten die mich erst einmal einfangen.“ Wie der Blondschopf als Außerirdischer aussieht, kann sich jeder ansehen, der bei Youtube den sechsminütigen Film „Platt rettet die Welt“ sucht.