Interview mit Thomas Schleiken Bluesmusiker findet in Bookholzberg ein Wohnzimmer

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Tom Shaka aus den USA eröffnet am Montag, 19. Februar, die diesjährige Reihe „Blue Monday“ in Bookholzberg. Foto: Thomas SchleikenTom Shaka aus den USA eröffnet am Montag, 19. Februar, die diesjährige Reihe „Blue Monday“ in Bookholzberg. Foto: Thomas Schleiken

Bookholzberg. Musik ist seine Leidenschaft, in Bookholzberg hat der 51-jährige Thomas Schleiken seine Wahlheimat gefunden. Im Interview mit dem dk erzählt er von seinen Erfahrungen.

Seit zehn Jahren veranstaltet der Musiker Thomas Schleiken Blueskonzerte im Oldenburger Land. Am Montag, 19. Februar, ist in der Reihe „Blue Monday“ Tom Shaka ab 19.30 Uhr zu Gast im „Schwarzen Ross“. Im Gespräch mit dem dk erklärt er, warum die Musik gut in seine Wahlheimat Bookholzberg passt.

dk: Seit 2008 veranstalten Sie in Bookholzberg Konzerte. Was ist der Reiz an Kultur im ländlichen Raum?

Thomas Schleiken: Die akustische Musik, die wir hier anbieten, ist überwiegend Blues oder bluesorientiert. Die „Blue Monday“-Konzerte haben seit 2012 sich hervorragend etabliert. Das Clubzimmer im „Schwarzen Ross“ nenne ich immer wieder mein „musikalisches Wohnzimmer“. Ich bin mir bewusst, dass wir Konzerte im Wohnzimmerformat machen. Aber ich finde auch, dass das sehr gut passt.

dk: Warum passt die Musik so gut zum Wohnzimmerformat?

Schleiken: Viele der Künstler verzichten auf elektrische Verstärkung durch Mikrofone geschweige denn elektrische Instrumente. Überwiegend werden die Sachen wirklich live akustisch präsentiert. Das entspringt sozusagen den Wurzeln, dieser Kultur. Blues, Folk, aber auch Country-Musik, wie es in den Staaten seit jeher gemacht wurde. Thomas Schleiken veranstaltet in Bookholzberg seit 2012 die Reihe „Blue Monday“ im „Schwarzen Ross“. Foto: Mareike Bader

dk: Da treffen zwei Kulturen aufeinander: die Musik aus den Südstaaten Amerikas und Norddeutschland.

Schleiken: Ja, es ist schon etwas Besonderes. Ich bin im Ruhrgebiet sozialisiert, das war in den Achtzigerjahren ein Schmelztiegel. Man konnte sich aussuchen, wo man hin möchte, was man machen möchte. Bei meinem Umzug ins Oldenburger Land gab es zwei Möglichkeiten: Entweder man begibt sich jedes Mal auf die Reise und besucht Konzerte. Oder man sorgt dafür, dass die Musik zu einem selbst kommt. Ich habe mich für Zweiteres entschieden.

dk: Was macht mehr Spaß? Selbst der Musiker sein oder die Musik für Ihr Label „Blind Lemon Records“ produzieren?

Schleiken: Das ist eine gute Frage. Beides sind Felder, die unglaublich viel Freude machen. Der direkte Austausch auf der Bühne mit dem Publikum, ist etwas, was es in keinem anderen Beruf auf diese Art und Weise gibt. Auf der anderen Seite, die Hintergrundarbeit sozusagen, als Veranstalter und Produzent macht auch eine unglaubliche Freude, gerade was die CD-Produktion betrifft: Größere Dinge auf den Weg zu bringen und dabei zu helfen, dass sie dann zum Erfolg werden.

dk: Blues ist eine eher alte, bodenständige Musik. Gehen Sie auch so in der Vermarktung vor?

Schleiken: Ich bin mir sehr bewusst, dass wir hier in einer sehr kleinen Nische unterwegs sind. Ich bin da wirklich sehr „oldschool“, denke sogar darüber nach, mich an die Vinyl-Produktion heranzuwagen. Die Schallplatte passt hervorragend zu der Art Musik, die wir auf den Markt bringen.


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