Straßenbau in Ganderkesee Neuer Streit in Ganderkesee über Straßenausbaukosten

Von Reiner Haase

Fällig für den Erstausbau oder sanierungsbedürftig? Im Rathaus Ganderkesee zeichnet sich Streit über Beiträge eines Teils der Anwohner der Straße Brookdamm ab. Foto: Reiner HaaseFällig für den Erstausbau oder sanierungsbedürftig? Im Rathaus Ganderkesee zeichnet sich Streit über Beiträge eines Teils der Anwohner der Straße Brookdamm ab. Foto: Reiner Haase

Ganderkesee. Die Straße Brookdamm in Ganderkesee soll für rund eine Million Euro ausgebaut werden. Jetzt zeichnet sich Streit mit Anwohnern über deren Kostenbeitrag ab.

Ein Jahr noch bis zum geplanten Ausbau des auf ganzer Länge maroden Brookdamms in Ganderkesee, und schon zeichnet sich Streit zwischen dem Rathaus und Anwohnern darüber ab, wer die Ausbaukosten trägt beziehungsweise wie sie aufgeteilt werden. „Wir haben bei uns Asphalt auf einem Unterbau, Kantsteine und einen Kanal. Das haben die Anwohner bezahlt“, sagt Brookdamm-Anrainer Gerold Niemann. Peter Meyer, Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung, sieht das zumindest für den Teil des Brookdamms, an dem Niemann wohnt, anders: „Das ist Asphalt ohne Borde und Gehweg. Das ist nicht abgerechnet außer dem Schmutzwasserkanal.“

Ausbau oder Sanierung

Der verbale Schlagabtausch spielte sich am Donnerstagabend gleich zum Auftakt einer Sitzung des Ausschusses für Straßen und Verkehr im Rathaus vor dem Hintergrund ab, dass Anwohner seit Anfang 2018 nur noch für den Erstausbau und nicht für Sanierungen anteilig Kosten übernehmen müssen. Für die Gemeinde ist klar, dass der Brookdamm nur im Abschnitt von der Langen Straße bis zur Kreuzung mit den Straßen Wolfsheide und Wagnerstraße regulär ausgebaut ist, einschließlich Abrechnung mit den Anwohnern. Das längere Teilstück von dieser Kreuzung bis zum Fahrener Weg warte noch auf den – kostenpflichtigen – Erstausbau.

Fast eine Million Baukosten

Im Gemeindehaushalt für das laufende Jahr sind für die Ausbauplanung 80000 Euro vorgesehen. Im Finanzplan 2019 sind 925000 Euro für den Ausbau vorgesehen. Der Ausbau soll Anfang 2019 beginnen. Für 2020 erwartet die Gemeinde Einnahmen in Höhe von 496000 Euro aus den Erschließungsbeiträgen.

Rechtsweg steht frei

„Es steht jedem Anlieger frei, die Beitragspflicht juristisch überprüfen zu lassen“, betont Gemeindeentwicklungschef Meyer. Unnötigen Rechtsstreit will er vermeiden. Er fordert die Anwohner auf, in ihren Schubladen nach alten Rechnungen und Beitragsbescheiden zu suchen und diese im Rathaus vorzulegen. Nach Erinnerung eines Anwohners ist der Brookdamm mit Fördergeld des „Grünen Plans“ befestigt worden, mit dem die Adenauer-Regierung Ende der 1950-er Jahre Nachteile des ländlichen Raums gegenüber den Städten ausgleichen wollte.