19-Jährige startet Patenprojekt Ganderkeseerin hilft kranken Kinder in Kamerun

Von Mareike Bader

Wiebke Sperling aus Ganderkesee bei ihrem Volunteer-Dienst in einer Dorfklinik in Kamerun. Foto: SperlingWiebke Sperling aus Ganderkesee bei ihrem Volunteer-Dienst in einer Dorfklinik in Kamerun. Foto: Sperling

Ganderkesee/Kamerun. Eine Voruntersuchung für Kinder, die einen Euro kostet, ist für viele Familien in Kamerun zu teuer. Um ihnen zu helfen, hat Wiebke Sperling ein Hilfsprojekt gegründet.

Seit Anfang November ist Wiebke Sperling in Kamerun. Ursprünglich wollte sich die 19-Jährige dort nach ihrem Abitur am Gymnasium Ganderkesee und der Ausbildung zur Rettungssanitäterin mit einem Praktikum auf ein Medizinstudium vorbereiten.

19-Jährige arbeitet in einem der abgelegensten und ärmsten Kommunen

Allerdings gibt es in dem kleinen Dorfkrankenhaus in Nguti, einer der abgelegensten und ärmsten Kommunen in der Süd-West-Region Kameruns, keinen Arzt, sodass die junge Ganderkeseerin dort die Sprechstunde und auch einfache Laborarbeiten übernimmt.

„Die Bevölkerung lebt zum größten Teil vom Kakaoanbau und ist sehr arm, sodass besonders die medizinische Versorgung für sie oft nicht bezahlbar ist“, beschreibt die 19-Jährige die Lage. Dazu gehören auch die Voruntersuchungen für Kleinkinder, damit diese durch Hilfsorganisationen, wie etwa Unicef, kostenlose Antimalaria-Medikamente erhalten können.

Voruntersuchung können sich viele Familien nicht leisten

Diese kosten umgerechnet ein bis zwei Euro. Aber das ist oft zu teuer. „Die Leute sind hier wirklich arm“, betont Sperling.

Kranke Menschen nicht behandeln zu dürfen, sei ihr sehr schwergefallen. Zum Schlüsselerlebnis wurde ein Zwillingspaar, das ganz erschöpft von der Mutter ins Krankenhaus gebracht wurde. „Dass weniger als ein Euro ein Leben kostet, ist nicht in Ordnung“, unterstreicht die Ganderkeseerin.

Patenschaftsprojekt soll Kosten übernehmen

Daher hat sie das Projekt „GoCHECk-UP KIDS“ (Cameroonian HEalthcare Cooperation for UnderPrivileged KIDS) ins Leben gerufen. Das wird getragen vom Verein „Ke Nako to help“, den sie mit ihrer Mutter Petra Holzapfel-Sperling bereits im Sommer 2016 gegründet hat, um zwei Projekte in Namibia zu unterstützen.

Mit 17 bereits ein Jahr in Namibia verbracht

In dem südafrikanischen Land war die damals 17-Jährige zwischen dem elften und zwölften Schuljahr. „Namibia ist da eine ganz andere Nummer“, beschreibt sie die höheren Lebensstandards. Das Leben in Kamerun empfindet sie allerdings freier.

„Ich glaube, das kommt ein bisschen von meiner Familie“, versucht die 19-Jährige, ihre Verbundenheit zu Afrika zu beschreiben. Auch ihre Eltern und Großeltern sind von Afrika fasziniert, es wurden auch Patenschaften für afrikanische Kinder übernommen.

Projekt richtet sich an Praxen und Privatpersonen in Ganderkesee und umzu

Dieses Prinzip hat die 19-Jährige bei ihrem Vorhaben aufgegriffen und sieht „GoCHECk-UP KIDS“ als Patenschaftsprojekt mit Praxen und Privatpersonen aus der Region um Ganderkesee, um die nötigen Untersuchungen zu finanzieren.

Damit sollen Minderjährige Zugang zu kostenlosen Untersuchungen und Blutanalysen haben sowie zur kostenlosen Behandlung der gängigsten Erkrankungen wie Malaria, Fungalinfektionen und Typhusfieber. Außerdem werde jedes Kind routinemäßig auf HIV getestet, erklärt Sperling.

Schon rund 50 Kindern konnte geholfen werden

Etwa 50 Patienten konnte bereits geholfen werden, erklärt Wiebke Sperling. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten sind Einmalspenden oder Vereins- und Projektmitgliedschaften.