Seit rund einem Jahr in Ganderkesee Malteser 2017 knapp 4000 Mal im Rettungseinsatz

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Markus Wegner, Rettungswachleiter der Malteser (rechts), informiert die Mitglieder der FDP-Kreistagsfraktion über die Rettungswache an der Urneburger Straße. Foto: Thomas DeekenMarkus Wegner, Rettungswachleiter der Malteser (rechts), informiert die Mitglieder der FDP-Kreistagsfraktion über die Rettungswache an der Urneburger Straße. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee. Die Malteser haben vor etwas mehr als einem Jahr in Ganderkesee den Rettungsdienst vom Deutschen Roten Kreuz übernommen. Sie ziehen eine positive Bilanz.

Im vergangenen Jahr sind die Rettungssanitäter der Malteser in Ganderkesee sowie die Notärzte am Standort Bookholzberg knapp 4000 Mal im Einsatz gewesen. Das hat Rettungswachleiter Markus Wegner am Dienstag vor Mitgliedern der FDP-Kreistagsfraktion betont, die sich über die Retter an der Urneburger Straße näher informieren wollten. Der Trend gehe allerdings leicht nach oben, ergänzte Dr. Peter Günther, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Oldenburg.

„Gute Zusammenarbeit mit Johannitern“

Die Malteser hatten – wie berichtet – die Wache zum Ende des Jahres 2016 wegen Abrechnungsbetrugs vom Deutschen Roten Kreuz übernommen. Inzwischen haben sie sich nach Angaben Wegners und Günthers sehr gut eingelebt. „Wir arbeiten gut mit den Johannitern zusammen – miteinander und nicht gegeneinander. Und wir bilden gemeinsam aus“, informierte der Rettungswachleiter. „Wir arbeiten alle mit dem gleichen System“, ergänzte der ärztliche Leiter: „Ziel soll es sein, dass beispielsweise die Spritze in allen Fahrzeugen an der gleichen Stelle liegt.“

Notarzt-Standort in Bookholzberg

Insgesamt gibt es im Landkreis sechs Standorte mit Rettungswache: In Hude und Ahlhorn sind die Johanniter zu Hause, in Sandkrug, Harpstedt, Wildeshausen und Ganderkesee die Malteser. Alle Wachen sind das ganze Jahr über rund um die Uhr besetzt, genauso wie der Notarzt-Standort in Bookholzberg, wo etwa 30 Ärzte Dienst schieben.

Im Notfall auch in Nachbarkommunen im Einsatz

In der Ganderkeseer Rettungswache wird eine Tag- und eine Nachtschicht gefahren. Es gibt 30 Rettungs- und Notfallsanitäter (auf 23 Vollzeitstellen) und zwei Fahrzeuge, die nicht nur im gesamten Gemeindegebiet unterwegs sind. Vielmehr gibt es nach Angaben von Jörn Kaminski, der beim Landkreis Oldenburg für das Rettungswesen zuständig ist und selbst aus der Praxis kommt , Verträge mit der Stadt Delmenhorst, „dass wir beispielsweise auch dort mit einem Notarzt unterstützen“. Außerdem gehe es im Notfall auch mal in die Wesermarsch oder in die Gemeinde Hude. Die Devise dabei: Wer am dichtesten dran ist und wer am schnellsten vor Ort sein kann, soll den Einsatz übernehmen.

In 15 Minuten am Einsatzort

Oberstes Gebot: Jeder Notfallort muss innerhalb einer Viertelstunde erreicht werden – und zwar in minimal 95 Prozent aller Fälle. „Das gelingt uns auch“ sagte Kaminski: „Notärzte dürfen dagegen laut Gesetz etwas länger als 15 Minuten unterwegs sein. „Wir versuchen es aber trotzdem immer, innerhalb dieser Zeit da zu sein.“

Personelle Reserven

Der Dienstplan in Ganderkesee ist laut Rettungswachleiter Wegner so aufgestellt, dass es personelle Reserven gibt, um alle Rettungseinsätze gut bewältigen zu können. Dazu gehören allerdings auch immer wieder Situationen, die nicht zu den wirklichen Notfällen gehören. „Das sind etwa 25 Prozent aller Einsätze bei uns“, sagte Notarzt Günther. Dabei müsse man allerdings unterscheiden: Es gebe Menschen, die ihre Lage als bedrohlich einschätzen und deshalb die Malteser anrufen, ohne dass es am Ende ein akuter Notfall war. Um diese Personen nicht zu verunsichern, betonte Kaminski: „Lieber einmal zu viel anrufen als zu wenig.“ Ärgerlich sei dagegen, wenn jemand samstags gegen 17 Uhr den Rettungsdienst alarmiert, obwohl er schon seit drei Wochen über Bauchschmerzen klagt. Ähnliche Fälle gebe es immer wieder.

Neuer Flyer mit wichtigen Infos

Um solche Situationen einzudämmen, ist jetzt ein Flyer mit der Überschrift „Ärztliche Versorgung im Landkreis Oldenburg“ entworfen worden, den es unter anderem in der Rettungswache gibt. Darin wird in übersichtlicher Form wiedergegeben, wann man wen und wo am besten anruft, wenn man meint, erkrankt zu sein.


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