Fest der Pärchen – Valentinstag 2018 Priester aus Ganderkesee liebt den Valentinstag

Von Alexandra Wolff

Auch ein katholischer Geistlicher wie Norbert Lach bekommt Geschenke zum Valentinstag. Archivfoto: Thomas BreuerAuch ein katholischer Geistlicher wie Norbert Lach bekommt Geschenke zum Valentinstag. Archivfoto: Thomas Breuer

Ganderkesee. Herzchen-Luftballons oder Teddys, die „Only you“ singen, wenn man sie drückt, bekommt Norbert Lach nicht. Denn als katholischer Pfarrer ist Lach von Beruf(ung)swegen her Single und bekommt somit eher selten Valentinstagsgeschenke.

„Der Heilige Valentin ist mein Lieblingsheiliger“, ruft Norbert Lach spontan aus, als er auf den 14. Februar angesprochen wird. Am liebsten verschenkt er an diesem Tag rote Rosen. Und als ob es nicht schon ungewöhnlich genug ist, dass ein Mann an Valentinstag und sogar an ein Geschenk denkt - ein Fakt macht die ganze Sache noch ungewöhnlicher: Denn Norbert Lach ist als katholischer Pfarrer sozusagen Berufssingle. Dank des Zölibats darf er also weder heiraten, noch in einer Partnerschaft leben.

Für wen also dann die Rosen? „Vor zwei Jahren habe ich einen Valentinsgottesdienst gefeiert. Das war eine Agape, ein Dankgottesdienst, für die Ehrenamtlichen“, erläutert der Pfarrer von St. Hedwig in Ganderkesee. „Dort bekam jeder Mann und jede Frau eine rote Rose.“ Dazu habe er über die verschiedenen Facetten der Liebe gepredigt. „Jeder kann die unterschiedlichen Formen der Liebe und Achtsamkeit erfahren.“

Ein Leben ohne Herzchen-Teddys

Als sehr gläubiger Christ weiß er natürlich auch von der Liebe, die Jesus Christus allen Menschen schenkt. „Obwohl ich nicht verheiratet bin, bin ich nicht einsam“, versichert Nobert Lach. „Ich lebe nicht von einer Beziehung, sondern von Beziehungen.“ Er pflegt also den Kontakt mit Menschen.

Aber Teddys mit Herzchen auf der Brust gibt es für ihn nicht. „Darauf kann ich auch gut verzichten“, schmunzelt Pfarrer Lach. „Von mir aus dürfen natürlich alle Verliebten schenken, was sie möchten, wenn sie sich nur lieben. Aber genau das, die Liebe, ist doch schon das größte Geschenk, das Menschen füreinander haben.“

Schon der Heilige Valentin verschenkte Rosen

Rosen zu verschenken sei übrigens durchaus im Sinne des Heiligen Valentins, versichert der Geistliche. Will man den „nicht eindeutigen Quellen“ glauben, so war Valentin im zweiten Jahrhundert nach Christus Bischof in Terni. „Terni ist vielleicht 100 Kilometer von Rom entfernt“, sagt Lach. „Ich kenne Italien sehr gut, weil ich dort studiert habe.“

Der Heilige Valentin soll damals heimlich Pärchen getraut haben, die nicht heiraten durften, weil sie Sklaven waren oder wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt wurden. „Und er hat den Paaren Rosen aus seinem Garten geschenkt“, weiß der Valentinsfreund zu berichten. „Der römische Kaiser hat Valentin im Rahmen der Christenverfolgung an einem 14. Februar enthaupten lassen.“

Valentinsgeschenk trotz Zölibat

Für Menschen, die keinen Partner mehr haben, kann der Valentinstag schmerzliche Erinnerungen hervorrufen. Aber wie ist das für jemanden, der sich bewusst dafür entschieden hat, keine Liebesbeziehung mit einem Menschen einzugehen? „Manchmal ist es ganz gut, wenn man Zeit hat für viele andere Menschen und keine Ehefrau hat, die auf einen wartet“, sieht der katholische Pfarrer einen Vorteil im Zölibat.

Auf Valentinstagsgeschenke muss er aber dennoch nicht verzichten. „2017 habe ich an einem Valentinstag die Eltern eines Kommunionkindes besucht“, erinnert sich Lach. „Die Eltern haben mir eine Flasche Riesling geschenkt und mir einen schönen Valentinstag gewünscht.“


Geschenke von Blumen bis zu Pralinen

Inkoop-Geschäftsführer Bernd Oetken verschenkt gerne Rosen zum Valentinstag. Und da ist er nicht der einzige: „Unser Blumenshop läuft jetzt zur Hochform auf.“ Neben Schnittblumen und Sträußen gehen aber auch Pralinen, Wein, Sekt und sogar Champagner gut.

Bei Famila gibt es alles Mögliche in Herzform: Süßigkeitenschachteln, Kosmetik-Sets, Kaffeebecher, ja sogar Backformen sind in Herzform anzutreffen. Abgesehen von den bunten Valentinssträußen, verkaufen sich laut Marktleiter Thomas Matuschek auch Blumensträuße aus Gummibären sehr gut.