Ausbildung in Hude Steuerberatung auf Weg zum papierlosen Büro

Von Reiner Haase


Hude. Die elektronische Datenverarbeitung verdrängt den Aktenordner aus dem Steuerberaterbüro. Wen es in dieses Berufsfeld drängt, muss Bereitschaft zu ständiger Fortbildung mitbringen.

Belege erfassen, kopieren und ablegen, das gibt es Andreas Otte zufolge beim Steuerberater von heute noch, aber immer seltener. „Viel läuft über die elektronische Datenübermittlung“, berichtete Otte gestern drei angehenden Realschulabsolventinnen der Peter-Ustinov-Schule. Otte, einer von fünf Partnern der K&O Steuerberatungsgesellschaft in Hude sagte voraus, dass die Digitalisierung zügig voranschreitet und das papierlose Büro immer klarer ins Blickfeld kommt.

Zeit für neue Aufgaben

„Die Steuerberatung braucht beruflichen Nachwuchs mit Verständnis für das, was im Computer, im Smartphone und in der Cloud abläuft. Es gibt ältere Fachangestellte, deren Ding das nicht ist“, betonte Otte. Mit der Digitalisierung würden Arbeitsgänge beschleunigt. Ziel sei es im Büro Zeit für Vermögens-, Geldanlage-, Nachfolge- und Unternehmensoptimierungsberatungen zu gewinnen.

Ausbildung und Studium

Den neuen Anforderungen und Abläufen entsprechend, stehen auf Nils-Christoffer Carls Schreibtisch drei Computerbildschirme. Ottes Büropartner Carl stellte den Schülerinnen, die K&O mit Sabine Burgdorf von der Zukunftswerkstatt „ZWAIG“, zwei Beraterinnen der Arbeitsverwaltung, dem Schulsozialpädagogen Michael Firzlaff und Bürgermeister Holger Lebedinzew erkundeten, den Weg ins Steuerberatungsbüro über die dreijährige Ausbildung zur Fachangestellten vor. Ständige Fort- und Weiterbildung werden laut Otte gefordert und gefördert. Ein vierjähriges Studium kann draufgesattelt werden.

Duales Studium

Melina Stürken und Florian Henke schilderten den Besuchern die Möglichkeit, über ein Duales Studium innerhalb von vier Jahren den Steuer-Fachangestellten-Abschluss und den Bachelor Wirtschaft zu schaffen. Die Verknüpfung von Theorie an der Jade-Hochschule und Praxis im Betrieb sei erfolgversprechend, aber anstrengend. „Wir brauchen Ehrgeiz, Selbstdisziplin, Selbstständigkeit und ein gutes Zeitmanagement“, so Stürken. „Wir brauchen keinen Nebenjob. Wir bekommen eine Ausbildungsvergütung“, ergänzte Henke.