Weniger Müll und mehr Besucher Veranstalter in Ganderkesee ziehen positive Faschingsbilanz

Von Alexandra Wolff

Der Faschingsumzug rund um den Ring zog laut GGV diesmal mehr Narren an als im letzten Jahr. Foto: Thorsten KonkelDer Faschingsumzug rund um den Ring zog laut GGV diesmal mehr Narren an als im letzten Jahr. Foto: Thorsten Konkel

Ganderkesee. 13 Fälle einfacher Körperverletzung, drei Widerstände gegen die Polizeigewalt und weitere, vereinzelte Delikte: GGV, Polizei, THW und DRK zogen eine positive Bilanz des Faschingsumzugs durch Ganderkesee.

Obwohl es laut der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) in diesem Jahr mehr Besucher beim Faschingsumzug gab, kam es zu weniger Zwischenfällen: Kaum Glas und insgesamt weniger Müll lag auf den Straßen. Das Konzept „Glasfrei um den Ring“ habe laut Timo Vetter, Pressesprecher des GGV funktioniert. Die Anzahl und Art der Straftaten hat Gerke Stüven, die Leiterin des Polizeikommissariats Wildeshausen, als „veranstaltungstypisch“ bezeichnet. Die Verantwortlichen waren mit dem Verlauf der Großveranstaltung also durchaus zufrieden. Ein Ereignis hingegen war aber schon kurios:

Vier Polizisten waren nötig, um einen Platzverweis durchzusetzen. Für eine Beamte endete die Handgreiflichkeit im Krankenhaus. „Ein 19-Jähriger hat sich seinem Platzverweis widersetzt, sodass die Polizei mit einfacher körperlicher Gewalt ihrer Aufforderung Nachdruck verliehen hat“, fängt Stüven den Fall von Beginn an zu beschreiben. „Schließlich mischte sich noch ein 20-Jähriger ein und beide mussten auf dem Boden fixiert werden.“ Der 20-Jährige wehrte sich, indem er einer Polizistin in die Hand biss. „Er durchdrang dabei nicht nur den Einsatzhandschuh, sondern beschädigte sogar eine Verkabelung“, fügt Stüven hinzu. Die Polizistin wurde im Krankenhaus untersucht und für die beiden Rabauken endete der Faschingsumzug im Gewahrsam.

13 Fälle von einfacher Körperverletzung

Stüven zählt auf, was alles passiert ist: „Es gab einen Fall von gefährlicher und 13 Fälle von einfacher Körperverletzung, drei Widerstände gegen die Polizei, zwei Diebstähle, eine Sachbeschädigung, ein Kollege wurde via Mittelfinger beleidig, bei einem Besucher wurde Cannabis gefunden, bei Verkehrskontrollen stieß die Polizei auf zwei betrunkene Autofahrer und auf einen, der sowohl Drogen eingenommen als auch Drogen in Besitz hatte und 17 Menschen mussten des Platzes verwiesen werden.“

Falsche Festivalbändchen für Minderjährige

Außerdem sollen wohl einige Minderjährige an Tanzbänder gekommen sein, die sie als Volljährige auswiesen. „Das waren aber nur zwei oder drei Fälle“, beschwichtigt Holger Lüdeke, Vizepräsident und Marktmeister der GGV. „Das sind natürlich zwei beziehungsweise drei Fälle zu viel.“

Selbstverständlich werde an der Kasse das Alter überprüft. „Aber wer eine Möglichkeit finden will, der findet eine“, gibt Vetter zu bedenken.

35.000 Besucher - oder auch weniger

Die Mitglieder der GGV wollten sich auf eine genaue Zahl der Teilnehmer nicht festlegen. Es sollen wohl etwas mehr als im vergangenen Jahr gewesen sein, also etwas mehr als 35.000 Menschen, neben den Besucher sind in dieser Zahl aber auch 4000 Mitwirkende berücksichtigt. „Auf jeden Fall fünf mehr als in Damme“, zeigt Vetter, dass er seine Narrenkappe nicht umsonst trägt.