Arbeitsplätze bleiben erhalten Ganderkeseer rettet Autohaus in Harpstedt

Von Alexandra Wolff

Christopher Reckziegel ist der neue Geschäftsführer des Autohauses in Harpstedt. Foto: Alexandra WolffChristopher Reckziegel ist der neue Geschäftsführer des Autohauses in Harpstedt. Foto: Alexandra Wolff

Harpstedt. Die 20 Mitarbeiter des Autohauses WD Müller in Harpstedt können erleichtert aufatmen. Christopher Reckziegel, der Enkel des früheren Autohausbetreibers Wolfdietrich Müller, sichert ihre Arbeitsplätze.

Es war der Tag der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens als am 1. Februar eine Vereinbarung zur Übernahme des Unternehmens unterzeichnet wurde. Christopher Reckziegel, Enkel des früheren Betreibers Wolfdietrich Müller, ist der neue Geschäftsführer.

„Wir sind am Neustart und bin positiv gestimmt“, beschreibt er sein gutes Gefühl, das er dabei hat. Ähnlich sieht es der Insolvenzverwalter Dr. Malte Köster: „Die Zeit der Unsicherheit ist vorbei und es bestehen neue Perspektiven für die Zukunft.“

„Viele kennen mich, seitdem ich klein bin“

2011 hat Reckziegels Großvater das Unternehmen an Hauke Brahms übergeben. Dank Reckziegel ist das Autohaus jetzt wieder in der Hand der Familie. Wie er das geschafft hat? „Kommunikation, Verbindlichkeit und ein bisschen Glück“, verrät er, wie er auf diesem Weg bestehen will und ihn teilweise schon bestanden hat.

Das Wohl seiner Mitarbeiter liegt ihm am Herzen: „Viele kennen mich, seitdem ich klein bin.“ Sein Großvater habe ihn immer als seinen Nachfolger gesehen, wollte ihm aber dennoch freie Hand bei der Berufswahl lassen. Doch im Grunde genommen schien sich Reckziegel schon lange mit dem Gedanken angefreundet zu haben, in die Fußstapfen seines Großvaters zu treten. Zumindest habe er bereits als Jugendlicher in der Waschhalle, im Lager und beim Verkauf gejobbt. „Mein Großvater hat immer gesagt, dass es wichtig ist, einen Beruf von der Pike auf zu lernen und nicht gleich ganz oben anzufangen“, erinnert er sich an den Mann, der vor vier Jahren gestorben ist.

Nicht das erste Autohaus des 27-Jährigen

Jetzt ist der 27-Jährige aber schon ganz weit oben angekommen. Und das Autohaus in Harpstedt ist nicht das erste, das Reckziegel führt.

Seit vier Jahren ist er Geschäftsführer des Delmenhorster Autohauses W. Müller GmbH, welches ebenfalls in Familienhand ist. „Die Entscheidung, den Standort zu übernehmen, habe ich an dem Tag gefällt, als mein Großvater gestorben ist“, sagt er.

Nach dem Abitur am Delmenhorster Wirtschaftsgymnasium (BBS I) 2010 hat Reckziegel zunächst in Emden International Business Administration studiert. „Nach fünf Semestern wollte ich aber einen juristischen Schwerpunkt, weswegen ich nach Oldenburg wechselte und dort Betriebswirtschaftslehre mit juristischen Schwerpunkt studiert habe“, erläutert er seine Entscheidung.