Wohnungsbau im Landkreis Oldenburg GSG schließt im Landkreis Oldenburg Sozialbau-Lücken

Von Reiner Haase

Eine Marmortreppe gibt es nicht, aber innen und außen Qualität: (von links) Landrat Carsten Harings, GSG-Geschäftsführer Stefan Könner, der Wildeshauser Baudezernent Manfred Meyer und Victoria Büttelmann, GSG-Ansprechpartnerin vor Ort, am Neubau am Kornweg in Wildeshausen. Foto: Reiner HaaseEine Marmortreppe gibt es nicht, aber innen und außen Qualität: (von links) Landrat Carsten Harings, GSG-Geschäftsführer Stefan Könner, der Wildeshauser Baudezernent Manfred Meyer und Victoria Büttelmann, GSG-Ansprechpartnerin vor Ort, am Neubau am Kornweg in Wildeshausen. Foto: Reiner Haase

Wildeshausen/Landkreis Oldenburg. Die GSG Oldenburg ist mit zwölf Wohnungen in den sozialen Wohnbau in Wildeshausen eingestiegen. In anderen Landkreis-Kommunen, auch in Ganderkesee, sind Sozialbauprojekte geplant.

Olga Weber strahlt, als sie Landrat Carsten Harings und dem Wildeshauser Baudezernenten Manfred Meyer ihre Wohnung im Neubau der GSG Oldenburg am Kornweg in Wildeshausen zeigt. Ein Wohnzimmer mit Küchenzeile und zur Sonnenseite ausgerichtetem Fenster neben der Tür zur Terrasse, ein Schlafzimmer, ein Abstellraum. Breite Durchgänge ohne Stolperschwellen. Und: „Das Badezimmer ist das Beste“, sagt die 76-Jährige, „alles barrierefrei.“

Miete für 20 Jahre gedeckelt

„Barrierearm“ nennt Stefan Könner, Geschäftsführer der GSG Oldenburg, elf Wohnungen im zweigeschossigen Neubau; die zwölfte ist barrierefrei und rollstuhlgerecht gestaltet worden. Die Miete ist dank staatlicher Förderung niedrig und für 20 Jahre gedeckelt. „Eine moderne Sozialwohnung unterscheidet sich in der Qualität nicht von einer normalen Eigentumswohnung“, stellt Könner fest.

Förderung läuft seit 2016

Für die 48 bis 79 Quadratmeter großen Zwei- und Dreizimmerwohnungen beträgt die Grundmiete 5,60 Euro pro Quadratmeter, das sind für eine der kleineren Wohnungen am Kornweg knapp 270 Euro. „Der soziale Wohnbau auch im ländlichen Raum wird in Niedersachsen seit Oktober 2016 gefördert. Vorher gab es sozialen Wohnungsbau nur in den Ballungszentren“, erläutert Könner.

Mangel an kleinen Wohnungen

Das im letzten Jahr fertiggestellte Wohnraumkonzept für den Landkreis Oldenburg habe den Mangel an kleinen Wohnungen deutlich vor Augen geführt, betont Landrat Carsten Harings fest. Die Erfahrungen der GSG mit dem ersten Sozialbauprojekt in Wildeshausen bestätigen die Gutachter. „Alle Wohnungen waren lange vor der Fertigstellung vergeben“, weiß Victoria Büttelmann, Mitarbeiterin des GSG-Servicebüros Wildeshausen und Ansprechpartnerin der Mieter vor Ort. Das große Interesse gelte auch für das Wildeshauser Wohnbauprojekt Heidehöfe mit 57 Wohneinheiten in drei dreigeschossigen Bauten. „Wir nehmen noch Bewerbungen an, weisen aber gleich auf die starke Konkurrenz hin“, so Könner.

100 Sozialwohnungen fehlen

Harings und Könner wissen, dass das Thema sozialer Wohnungsbau in allen Rathäusern im Landkreis Thema ist. „Wir haben hier 100 Wohnungen und gehen von einem Bedarf von 200 Wohnungen aus“, so Könner. In Harpstedt werde in Kürze mit dem zweiten kleineren Projekt begonnen, Planungen in Hude und Wüsting seien weit gediehen. Auch in Ganderkesee habe die GSG Oldenburg zwei Baugebiete fest ins Auge gefasst. „Es geht nicht mehr um das Ob, sondern um das Wo“, berichtet Könner, „die letzten Entscheidungen des Gemeinderats fehlen noch.“