Fasching in Ganderkesee Seelsorger kümmern sich beim Fasching um besorgte Angehörige

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Ganderkesee. 100 Sanitäter und vier Notärzte sichern die medizinische Versorgung beim Faschingsumzug in Ganderkesee ab. Dabei müssen die Retter auch an die Eigensicherung denken.

Es ist einer der größten Einsatzdienste für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Kreisverband Oldenburg-Land: 100 Sanitäter, zehn Rettungswagen, sechs Notfallseelsorger, vier Notärzte und ein Hauptbehandlungsplatz mit zwölf Feldbetten werden ab Samstagmittag, 12 Uhr, bereitstehen, um die Besucher des Ganderkeseer Faschings bei Bedarf medizinisch zu versorgen.

Damit bleibt die Hilfsorganisation fast vollständig bei der Anzahl der Einsatzkräfte aus dem Vorjahr. Aufgestockt wurde lediglich die Zahl der Helfer aus dem Bereich der psychosozialen Notfallversorger (PSNV). „Hier stocken wir dieses Jahr von vier auf sechs auf“, sagt Roar Abel, Pressesprecher des DRK-Kreisverbandes Oldenburg-Land.

30.000 Besucher erwartet

Grundlage sind die Erfahrungen der vergangenen Jahre und eine erwartete Besuchermenge von um die 30.000 Menschen. „Mit den zusätzlichen Seelsorgern wollen wir unseren Sanitätern den Rücken frei halten“, erklärt Abel.

Vor allem zu den Stoßzeiten nach Ende des Umzugs müssten nicht nur massiv betrunkene Patienten vorsorgt, sondern auch deren ebenfalls betrunkenen Begleiter beruhigt werden. „Um beide können sich unsere Sanitäter nicht kümmern. Freund und Freundin werden dann von den Seelsorgern übernommen.“

Keine Angst wegen gezielten Angriffen auf Sanitäter

Auf gezielte Angriffe gegen Sanitäter bereitet sich die DRK-Einsatzleitung nicht vor. „Gewalt, wie sie der Rettungsdienst in Großstädten zum Teil beklagt, erleben wir hier so nicht“, berichtet der DRK-Sprecher.

Zwar würden immer wieder mal betrunkene Patienten oder deren Begleiter aggressiv, aber direkte Übergriffe seien in den vergangenen Jahren nicht vorgekommen. Abel: „Stattdessen beobachten wir in der Bevölkerung immer noch eine große Hilfsbereitschaft und auch viele Leute, die sich um andere kümmern.“

Stoßzeit nach dem Umzug

Die Stoßzeit des Einsatzaufkommens ist laut Abel die Zeit nach dem Umzug. „Wenn die Leute auf dem Weg in die Festzelte sind, haben wir am meisten zu tun.“ Vor allem extrem betrunkene Personen, manche von ihnen zusätzlich noch mit anderen Rauschmitteln zugedröhnt, müssten dann vorsorgt werden. „Die Patienten sind teilweise nicht mehr zurechnungsfähig oder stark desorientiert“, schildert der Pressesprecher. Gefährlich werde das dann in Verbindung mit den kalten Temperaturen. „Menschen, die unter Alkohol stehen, haben ein anderes Kälteempfinden“, so Abel. Den Rausch auf der Parkbank ausschlafen zu wollen, könne da lebensbedrohlich werden.

Hauptbehandlungsplatz bei den Delme-Werkstätten

DRK-Einsatzleitung und Hauptbehandlungsplatz werden wie im vergangenen Jahr in den Räumen der Delme-Werkstätten an der Pestalozzistraße untergebracht sein. Zusätzlich zu den Sanitätern gibt es hier zwei Notärzte, außerdem werden zwei sogenannte Intensivplätze eingerichtet. „An denen können wir Bagatellverletzungen wie Platz- und Schnittwunden schnell versorgen“, schildert Roar Abel. Denn erfahrungsgemäß seien die nächstliegenden Krankenhäuser am Umzugstag „sehr, sehr voll“.

Ein weiterer Behandlungscontainer steht auf dem Festplatz. Darüber hinaus sind auf dem gesamten Festgelände etliche Sanitäter zu Fuß sowie zwei Notärzte und eine Fahrradstreife unterwegs.

Retten bis 5 Uhr

Offizieller Beginn des Einsatzes ist um 12 Uhr am Sonnabend, offizielles Ende um 5 Uhr am nächsten Morgen.

Damit es aber gar nicht erst zum Besuch im Sanitätszelt kommt, können die Besucher laut DRK-Sprecher Abel selbst einiges tun: „Auf Glas und Glasflaschen verzichten. Das würde die Verletzungsgefahr um einiges minimieren.“


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