Geflüchtete in Hude Asyl-Netz in Hude trotzt personellem Schwund

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Mit Praktika soll Geflüchteten in Hude der Weg auf den Arbeitsmarkt geebnet werden. Symbolfoto: dpaMit Praktika soll Geflüchteten in Hude der Weg auf den Arbeitsmarkt geebnet werden. Symbolfoto: dpa

Hude. Das Netzwerk Asyl kümmert sich seit drei Jahren in Hude um die Integration von Geflüchteten. Die Aufgaben sind anspruchsvoller geworden.

Das Netzwerk Asyl Hude, die Gemeindeverwaltung und -politik fordern den Landkreis Oldenburg auf, in Flüchtlingsfragen noch auf längere Zeit an der Zusammenarbeit mit den Fachkräften der Diakonie festzuhalten. „Die Willkommens- und die Eingliederungsphase sind abgeschlossen. Jetzt stecken wir in der schwierigsten Phase, der Integration“, stellte Arbeitskreis-Sprecher Wulf Wolke gestern im Huder Ausschuss für Jugend, Gesellschaft und Soziales fest, „und da stößt ehrenamtlicher Einsatz an Grenzen.“ Ehrenamtlichkeit sei zum Beispiel bei häuslicher Gewalt überfordert.

50 Aktive in acht Arbeitsgruppen

50 Aktive arbeiten laut Wolke in acht Arbeitsgruppen des Netzwerks Asyl. In der Anfangszeit vor drei Jahren waren es noch 100 Aktive. Beim Aufhören habe bei manchem das Ausbleiben des erwarteten gesellschaftlichen Respekts eine Rolle gespielt, oder die eigene Familie sei wieder in den Vordergrund gekommen, so Wolke. „Ein Inkasso abwehren macht jetzt nicht so’n Spaß“, ergänzte Lisa Huwe, die Sprecherin des Teams Sprachförderung, ein alltägliches Beispiel für kompliziert gewordene Aufgaben. Anerkennung gibt es gleichwohl. Wolke zitierte ein Kompliment der Polizei: „Wenn wir das Netzwerk nicht hätten, hätten wir mehr zu tun.“

Eingliederung in den Arbeitsmarkt

Dem Netzwerk ist Hilfe zur Integration anerkannter Asylbewerber und Flüchtlingen mit Bleiberecht in den Arbeitsmarkt eine wichtige Aufgabe geworden. In einem Seitenhieb aufs Jobcenter bemängelte Huwe, dass häufig nach Integrations- und Sprachkursen weiterführende Angebote ausblieben. Sigrid Aschenbeck, die Sprecherin des Teams Betreuung Syrien, wies darauf hin, dass Frauen ins Hintertreffen geraten sind, weil die Betreuung der Kinder nicht geklappt hat. Mal mit und mal ohne Erfolg sei das Netzwerk bemüht, Plätze für Praktika aufzuspüren.

Kammern werden eingebunden

Neue Impulse fürs Anbahnen von Praktika und Schnupperkursen erhoffen sich die Netzwerker von einer Veranstaltung mit den Integrationslotsen der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer und der Landwirtschaftskammer. Sie soll noch im Frühjahr in Hude stattfinden.


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