Dauerstellplatz am Falkensteinsee Campen bei Wind und Wetter in Falkenburg

Von Bettina Dogs-Prößler

Viel Platz und gemütlich wie in der „guten Stube“: Am Falkensteinsee, im Inneren des Vorzelts von Ingrid und Wolfgang Peters sieht es aus wie in einem normalen Wohnzimmer. Foto: Bettina Dogs-PrößlerViel Platz und gemütlich wie in der „guten Stube“: Am Falkensteinsee, im Inneren des Vorzelts von Ingrid und Wolfgang Peters sieht es aus wie in einem normalen Wohnzimmer. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Falkenburg. Ingrid und Wolfgang Peters haben einen Dauerstellplatz am Falkensteinsee – und nutzen ihn zu jeder Jahreszeit. Geheizt wird im Winter mit Gas.

3,5 Grad Außentemperatur, der Wind bläst eisig von Südwest. Ideales Campingwetter sieht anders aus. Doch im Vorzelt von Ingrid und Wolfgang Peters herrschen muckelige 23 Grad, es duftet nach Kaffee und auf dem schmucken Couchtisch steht alles bereit für ein nettes Plauderstündchen.

Drei Jahre Arbeit nötig

„Drei Jahre haben wir gebraucht, um hier alles so herzurichten, wie wir es haben wollten“, sagt Ingrid Peters und schaut sich um. Die Wände tapezierte Rigips-Platten, auf dem Boden Laminat. Nach Camping sieht es hier nicht aus. Stattdessen sitzen die Peters auf einer luxuriösen Ledergarnitur, drapiert vor einem rustikalem Eichenschrank.

Ingrid und Wolfgang Peters sind Camper durch und durch. Seit 16 Jahren haben sie einen festen Stellplatz auf dem Campingplatz am Falkensteinsee, hier verbringen sie die meiste Zeit des Jahres. Und obwohl draußen Temperaturen herrschen, die einen nur bedingt an Camping denken lassen, fühlen sich beiden Rentner gerade jetzt hier pudelwohl. „Im Winter ist hier alles es so herrlich ruhig.“

200 Dauerstellplätze am See

Rund 200 Dauerstellplätze gibt es seit 2016 auf der idyllischen Vier-Sterne-Anlage, schon nach kurzer Zeit waren alle belegt. „An die 100 haben wir noch auf der Wartelist“, sagt Betreiberin Rieke Meiners. Einige wenige bleiben wie die Peters auch im Winter über mehrere Wochen, andere kommen am Wochenende oder nur wenn es wärmer ist. „Schönwettercamper“ wie die Peters´sie nennen.

Leben auf weniger als 50 Quadratmetern

Doch für die beiden Rentner aus Ganderkesee hat gerade im Winter das Leben auf weniger als 50 Quadratmetern seinen besonderen Scharm. „Im Sommer geht es hier zu wie auf Mallorca. Aber jetzt im Winter ist hier eine ganz tolle Atmosphäre“, schwärmt Wolfgang Peters. Vögel beobachten und Eichhörchen, Rehen hinterhersehen und der Natur im Wechsel der Jahreszeiten zusehen – für die Peters ist das viel mehr wert als Pauschalreisen in All-inclusive-Clubs.

Doch ganz nah dran zu sein an der Natur heißt auch, auf Komfort zu verzichten. Bei den derzeitigen Außentemperaturen wird es in dem am Wohnwagen angebrachten Vorzelt über Nacht eisekalt, die gasbetriebene Heizung braucht ihre Zeit, bis eine muckelige Wohntemperatur erreicht ist. Auch das kleine Bad mit Dusche, WC und gefliesten Wänden im Außenhäuschen, das den Weg zu den Sanitäranlagen erspart, kommt ohne Heizung im Winter nur auf drei Grad Raumtemperatur.

Die Peters stört das nicht. Dann wirft man sich für den Gang aufs Klo eben eine Jacke über.

„Im Sommer schlafen wir im Wohnwagen, im Winter im Wohnmobil. Tagsüber sind wir meistens im Vorzelt“, sagt Ingrid Peters. Ihr Carthago Opus mit einer Stehhöhe wie in einem Reisebus und beheizter Matratze im Doppelbett hat alles, was die Rentner zum Leben auf reduziertem Raum brauchen. Dazu eine ausreichend große Waschkabine mit Dusche und Toilette. Geheizt wird den ganzen Tag über, mit Gas. Wie im Wohnwagen und im Vorzelt gibt es auch hier einen Fernseher. „Wenn wir uns mal aus dem Weg gehen wollen, kann sich jeden seinen eigenen Raum suchen und fernsehen“, lacht Ingrid Peters.

Rentner sind mehr als 200 Tage im Jahr unterwegs

Mit ihrem mehr als sieben Meter langem Carthago sind sie mehr als 200 Tage im Jahr unterwegs. Auch im Winter. Zuletzt ging es nach Rinteln auf einen Campingplatz direkt an der Weser – mit Blick auf die Altstadt und schneebedeckten Bergen. „Das ist doch herrlich“, schwärmt die 68-jährige Peters. Ehemann Wolfgang ergänzt: „Viele wissen gar nicht wie schön Deutschland ist. Vor allem im Winter.“