Aus Sicherheitsgründen In Ganderkesee werden wieder Bäume gefällt

Von Alexandra Wolff

Größere Geräte, wie dieser Rückezug, beseitigen die Bäume am Bahndamm bei der Goethestraße. Von „Kahlschlag“ will Hartmut Abel, Fachbereichsleiter Grün, aber nicht sprechen. Die beschädigten Pflanzen sollen durch stabilere ersetzt werden. Foto: Alexandra WolffGrößere Geräte, wie dieser Rückezug, beseitigen die Bäume am Bahndamm bei der Goethestraße. Von „Kahlschlag“ will Hartmut Abel, Fachbereichsleiter Grün, aber nicht sprechen. Die beschädigten Pflanzen sollen durch stabilere ersetzt werden. Foto: Alexandra Wolff

Ganderkesee/Rethorn. Einige Bewohner der Goethestraße in Ganderkesee haben jetzt freie Sicht auf die Bahngleise. Der Kommunalservice Nordwest fällt dort und in weiteren Gebieten Ganderkesees und Rethorns 120 Bäume.

Sebastian, Xavier und Herwart haben im vergangenen Jahr viel zu früh für Herbststürme gesorgt. „Die Bäume hatten noch Laub und deswegen boten sie mehr Angriffsfläche für den Wind“, erläutert Pressesprecher Gunnar Meister.

Für die verfrühten Herbststürme macht Hartmut Abel den Klimawandel verantwortlich. Er leitet den Fachbereich Grün in Ganderkesee und Hude: „Auch der Regen macht uns zu schaffen. Er hat die Böden aufgeweicht, sodass selbst gesunde Bäume keinen Halt hatten.“

Bäume und Büsche werden nachgepflanzt

Gestern wurden deswegen mehrere Bäume zwischen Goethestraße und Bahndamm gefällt. „Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn einer der Bäume auf einen vorbeifahrenden Zug gestürzt wäre“, malt Abel ein Schreckensszenario aus. „Uns ist aber auch bewusst, dass die Anwohner Nachteile in Kauf nehmen müssen.“ Nicht nur, weil der Blick auf die Bäume schöner war als der auf den Bahndamm, sondern auch, weil die Bäume den Lärm der vorbeifahrenden Züge etwas dämmen konnten.

„Wir wollen aber auch keinen Kahlschlag. sondern pflanzen Bäume und Büsche nach“, versichert der Fachbereichsleiter. Allerdings könne es zwei Jahre dauern, bis der alte Zustand wiederhergestellt ist. Und damit dann nicht alles von vorne anfängt, werden Bäume gepflanzt, die Stürmen besser trotzen: kleinkronige Buchen und Säulenbäume beispielsweise. Weiden, Pappeln und Ahorn hingegen seien bruchholzgefährdet.

Am Dienstag geht es ab ungefähr 10 Uhr im Kurpark Rethorn weiter

An der Goethestraße werden die gefällten Bäume bis zum Ende der Woche auf einem Parkplatz in der Nähe gelagert. „Danach werden sie gehackt oder geschreddert und beispielsweise als Fallschutz für Kinderspielplätze genutzt“, sagt Abel. „Das Holz anderweitig zu verwenden wäre zu kostspielig.“

Am Dienstag gehen die Arbeiten ab ungefähr 10 Uhr im Kurpark Rethorn weiter. Aber auch in den Bereichen Moorweg, Reiherweg, Zum Tonstich, Neddenhüsen und anderen Gebieten der Gemeinde, in denen die Herbst- und Winterstürme auf öffentlichen Flächen Bäume entwurzelt oder beschädigt haben, führt der Kommunalservice Nordwest bis Ende Februar im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht sogenannte Baumpflegearbeiten durch.

Auch Privatleute mit Garten beunruhigt

Entsprechend machen sich auch einige Privatpersonen Sorgen, ob die Bäume in ihren Gärten gefällt werden müssen. „Wir sind in letzter Zeit acht mal ausgerückt, aber nur bei drei Grundstücken gab es tatsächlich Handlungsbedarf“, beschwichtigt Frank Bande vom Garten- und Landschaftsbau BST in Ganderkesee.