Feuerwehrstatistik für 2017 Feuerwehr in Ganderkesee hilft bei Feuer und Sturm

Von Reiner Haase

Großeinsatz für die Feuerwehr: Im September 2017 standen an der Güterstraße in Ganderkesee zwei Wohnungen und eine Werkshalle in Flammen. Die Ortswehr Ganderkesee arbeitete mit sechs weiteren Wehren gegen die Flammen an. Archivfoto: Christian Zoschke/FeuerwehrGroßeinsatz für die Feuerwehr: Im September 2017 standen an der Güterstraße in Ganderkesee zwei Wohnungen und eine Werkshalle in Flammen. Die Ortswehr Ganderkesee arbeitete mit sechs weiteren Wehren gegen die Flammen an. Archivfoto: Christian Zoschke/Feuerwehr

Ganderkesee. 352 aktive Feuerwehrleute in sechs Ortswehren sorgen in der Gemeinde Ganderkesee für Sicherheit. Zwei Sturmtiefs haben die Einsatzstatistik 2017 nach oben getrieben.

Teamarbeit verleiht Feuerwehreinsätzen Schlagkraft. Das hat sich besonders bei den Großbränden in Grüppenbühren und Ganderkesee bewiesen, an die Gemeindebrandmeister Bernd Lembke im Jahresbericht 2017 erinnert.

Hallen und Wohnungen in Brand

Beim Brand eines zur Fahrzeughalle umgebauten ehemaligen Schweinestalls an der Kühlinger Straße in Grüppenbühren hatten im Juli fünf der sechs in der Gemeinde Ganderkesee aktiven Wehren zusammengearbeitet, um Personenschäden zu vermeiden und Sachschäden zu begrenzen. Das Feuer in zwei leerstehenden Wohnungen und einer Werkshalle an der Güterstraße im Ganderkeseer Gewerbegebiet im September waren alle sechs Ortswehren und zusätzlich Feuerwehrleute aus Delmenhorst stundenlang im Einsatz.

177 Einsätze nach Stürmen

Die Freiwilligen Feuerwehren Ganderkesee, Bookholzberg, Schierbrok-Schönemoor, Havekost-Hengsterholz, Falkenburg und Bergedorf sind im letzten Jahr zu 49 Brandeinsätzen gerufen. 2016 waren 55 Brandeinsätze gezählt worden. Einen starken Anstieg von 60 auf 213 verzeichnet die Feuerwehrstatistik im Bereich der Hilfeleistungen. Dafür macht Gemeindebrandmeister Lembke vor allem das Wetter verantwortlich: Nach den Sturmtiefs Christian und Xavier wurden Feuerwehrleute zu 177 Einsatzorten gerufen; 2016 hatte es 17 wetterbedingte Einsätze gegeben.

Lehrgänge bereiten auf Ernstfall vor

Die Feuerwehrleute haben sich in zahlreichen Lehrgängen auf den Einsatz im Ernstfall vorbereitet. Sie reichen von der Grundausbildung über den richtigen Umgang mit der Motorsäge bis zum Trainieren des Einsatzes unter Atemschutz. In Ernstfällen haben 187 Einsatzkräfte unter Atemschutz gearbeitet. Einmal jährlich wird das in großem Stil unter realitätsnahen Bedingungen geprobt. Ausrichter der Übung mit Aktiven aus allen sechs Wehren war im letzten Jahr die Feuerwehr Hengsterholz-Havekost. Die Übung ging in der großen Halle beim Segelflugplatz Große Höhe über die Bühne. Das DRK, das THW und die DLW-Werksfeuerwehr waren in die Übung eingebunden.

352 aktive Feuerwehrleute

Die sechs Ortswehren haben 352 aktive Mitglieder: in Bergedorf 60, in Bookholzberg 77, in Falkenburg 56, in Ganderkesee 69, in Havekost-Hengsterholz 36 und in Schierbrok-Schönemoor 52. Die Zahl der Aktiven sei, wie schon im Vorjahr, leicht zurückgegangen, berichtet Lembke. Dahinter steht vor allem, dass in Ganderkesee zehn vormals Aktive, die kaum noch zu Diensten und Einsätzen gekommen waren, in den Status „passiv“ versetzt worden sind.

Kinder- und Jugendwehren

In der Kinderfeuerwehr in Ganderkesee und in den Jugendfeuerwehren in Ganderkesee, Bookholzberg, Falkenburg und Schierbrok-Schönemoor gestalten 126 Sechs- bis 18-Jährige einen Teil ihrer Freizeit. Sechs „Doppelmitglieder“, 16 bis 18 Jahre alt, sind auch schon in den Einsatzabteilungen aktiv.

Tolerante Arbeitgeber

Gemeindebrandmeister Lembke dankt den Angehörigen der Feuerwehrleute, aber auch Arbeitgebern. Sie nehmen Ausfälle in Kauf, wenn ihre Beschäftigten während der Arbeitszeit an Einsätzen und Lehrgängen teilnehmen.