Ex-SPD-Chef Kowitz eingetreten Die Linke in Ganderkesee stellt sich neu auf

Von Dirk Hamm

Wollen die Linke in Ganderkesee stärken: Andreas Kowitz, Susanne Steffgen (M.) und Kreszentia Flauger. Foto: Dirk HammWollen die Linke in Ganderkesee stärken: Andreas Kowitz, Susanne Steffgen (M.) und Kreszentia Flauger. Foto: Dirk Hamm

Ganderkesee. Die Partei Die Linke will ihre politische Schlagkraft in Ganderkesee deutlich erhöhen. Unterstützung erhält sie dabei von einem Mann, der reichlich Erfahrung in der Kommunalpolitik mitbringt.

Andreas Kowitz, von 2000 bis 2011 Vorsitzender des örtlichen SPD-Ortsvereins, zeitweise auch des SPD-Unterbezirks, hat sich der Linken angeschlossen. Damit bekommt die Partei, die mit Susanne Steffgen seit vergangenem Jahr ein Ratsmandat belegt, ein weiteres Gesicht vor Ort.

Erst fünf Mitglieder in Ganderkesee

Nach Angaben von Kreisverbandssprecherin Kreszentia Flauger, die am Mittwoch zusammen mit Steffgen und Kowitz die Neustrukturierungspläne in Ganderkesee in einem Pressegespräch vorstellte, hat die Linke in der Gantergemeinde derzeit fünf Mitglieder, im gesamten Landkreis sind es 34. Einen eigenen Ortsverband gebe es im Kreis derzeit nicht.

Das soll sich ändern: Die Partei will in Ganderkesee neue Mitglieder werben, langfristiges Ziel ist dabei, die aktive Mitgliederbasis so weit zu verbreitern, dass ein eigener Ortsverband aus der Taufe gehoben kann, erklärten Flauger und Steffgen.

Treffen am 6. Februar für alle Bürger offen

Den ersten Anstoß für mehr Bürgernähe der Linken in der Gemeinde soll eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung geben, zu der am Dienstag, 6. Februar, ab 19 Uhr im Oldenburger Hof alle politisch interessierten Bürger eingeladen sind. „Solche offene Treffen wollen wir regelmäßig anbieten. In welchen Abständen, müssen wir noch sehen“, kündigte Steffgen an.

Kowitz gehörte der SPD bis Januar 2014 an. Er sei im Gegensatz zu deren Parteiführung im Laufe der Jahre „immer linker“ geworden, sagte der 56-Jährige. Deshalb sei für ein erneutes politisches Engagement nur die Linke infrage gekommen. Den Ausschlag für den Parteieintritt habe letztlich die Kehrtwende der SPD in Sachen GroKo und ein Einknicken der Sozialdemokraten bei der sozialen Gerechtigkeit gegeben.

Susanne Steffgen sieht sich im Rat benachteiligt

Er könne sich vorstellen, in einem künftigen Linke-Ortsverband Verantwortung zu übernehmen, auch wolle er für den Gemeinderat kandidieren, so Kowitz. Das sei aber noch „Zukunftsmusik“.

Vehement will sich der Rethorner dafür einsetzen, dass Susanne Steffgen als „Einzelkämpferin“ im Rat nicht, wie es bisher geschehen sei, durch Verwaltung und Ratskollegen vom Informationsfluss abgeschnitten wird. Steffgen erklärte dazu, dass sie etwa bei interfraktionellen Gesprächen nicht eingeladen und hinterher über die Ergebnisse auch nicht informiert werde. Laut Kreszentia Flauger könnte das sogar ein Fall für die Kommunalaufsicht werden.