Wohnen in Delmenhorst Markt für Bauland in Delmenhorst fast eingeschlafen

Von Reiner Haase

Die Grundstücksexperten für die Region: Den Grundstücksausschuss bilden (von links) Christine Stubbemann für Delmenhorst, der Vorsitzende Holger Seifert sowie Rolf Rösler für den Landkreis Oldenburg. Foto: Reiner HaaseDie Grundstücksexperten für die Region: Den Grundstücksausschuss bilden (von links) Christine Stubbemann für Delmenhorst, der Vorsitzende Holger Seifert sowie Rolf Rösler für den Landkreis Oldenburg. Foto: Reiner Haase

Delmenhorst. Baugrundstücke und das Wohnen sind 2017 in Delmenhorst teurer geworden. Der Mangel an bebaubaren Flächen lässt Bauwillige laut Gutachterausschuss nach Ganderkesee abziehen.

Grundstücke für das individuelle Bauen sind in der Stadt Delmenhorst ein rares Gut. Laut Gutachterausschuss für Grundstückswerte haben 2017 in diesem Marktsegment 17 Grundstücke den Besitzer gewechselt. „Im Vorjahr sind es noch 40 Grundstücke gewesen“, stellt Holger Seifert fest. Er ist der Vorsitzende des Expertengremiums, das beim Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung in Oldenburg angesiedelten ist.

Verkäufe auf Talfahrt

Der Rückgang von 40 auf 17 Baugrundstückverkäufe ist nur das vorläufige Ende einer Talfahrt. Im Jahr 2013 haben 59 Grundstücke den Besitzer gewechselt. 2014 waren es 52 und 2015 noch 48.

Abzug nach Ganderkesee

Mit einer schnellen Trendwende ist nicht zu rechnen. „Es gibt in Delmenhorst kein größeres Baugebiet“, stellt Christine Stubbemann fest, die im Ausschuss besonders den Markt in Delmenhorst im Blick hat. „Delmenhorst ist dabei, Baugebiete zu entwickeln, kann aber noch keine bieten“, ergänzt sie. „Was tun die Leute? Sie wandern nach Ganderkesee ab“, konstatiert Seifert. Aber: „Wir werden wieder einen Anstieg sehen“, sagt er voraus.

Baulandpreise klettern

Das knappe Angebot hat den Baulandpreis nach oben getrieben. Für ein durchschnittliches Grundstück, 820 Quadratmeter groß, sind 117.000 Euro bezahlt worden. Das sind 143 Euro pro Quadratmeter. „Der Bauplatz ist sieben Prozent teurer geworden“, rechnet Seifert vor.

Wohnen wird teurer

Nicht nur das Bauland, sondern auch das Wohnen in Delmenhorst ist im letzten Jahr teurer geworden, laut Gutachterausschuss um acht Prozent. Der mittlere Kaufpreis für ein Ein- oder Zweifamilienhaus liegt derzeit bei 183.000 Euro gegenüber 169.000 Euro vor einem Jahr.

Wohnen in Nachbarschaften

Reihenhäuser und Doppelhaushälften haben sich von 2016 auf 2017 durchschnittlich um 10.000 Euro auf 140.000 Euro verteuert. Es gab im letzten Jahr 251 Verkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie 150 Verkäufe von Reihenhäusern und Doppelhaushälften.

Gebrauchtwohnungsmarkt gegen den Trend

Baulandwerte 2017 in Delmenhorster Stadtteilen. Grafik: Jan Eric Fiedler

320 Eigentumswohnungen sind im letzten Jahr verkauft worden, das sind 38 Wohnungen weniger als im Jahr davor. Die Preise sind laut Grundstücksmarkbericht deutlich gestiegen. Der Quadratmeter in einem Neubau kostete 1945 Euro statt 1800 Euro im Jahr davor. Der Quadratmeterpreis für gebrauchtes Wohneigentum ist dagegen bei 900 Euro statt 910 Euro im Jahr davor leicht gesunken.