E-Mobilität in Ganderkesee Neue Stromtankstellen auch ohne förmliches Konzept

Von Dirk Hamm

Die erste Stromtankstelle in Ganderkesee ist im April 2017 in Bookholzberg eingeweiht worden. Archivfoto: Gemeinde Ganderkesee/Hauke GruhnDie erste Stromtankstelle in Ganderkesee ist im April 2017 in Bookholzberg eingeweiht worden. Archivfoto: Gemeinde Ganderkesee/Hauke Gruhn

Ganderkesee. Ein Konzept für zusätzliche Stromtankstellen zum Aufladen von Elektrofahrzeugen in Ganderkesee ist nach Ansicht der Verwaltung erst einmal nicht vonnöten.

Dieser Einschätzung schloss sich die Mehrheit des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz am Mittwochabend an. Der Antrag der CDU, eine Potenzialanalyse vorzunehmen und ein Elektromobilitätskonzept für die Gemeinde zu erstellen, ist gar nicht erst zur Abstimmung gestellt worden.

EWE plant zwei weitere Ladestationen

Eine erste öffentliche Ladestation für E-Fahrzeuge ist im vergangenen Jahr in Bookholzberg eingeweiht worden. Der Versorger EWE plant die Errichtung zweier weiterer Stromtankstellen an stark frequentierten Plätzen in Ganderkesee. Das berichtete Tönjes Itgen, Beauftragter des Unternehmens für E-Mobilität, den Ausschussmitgliedern. Acht Ladesäulen seien bisher von der EWE im Landkreis Oldenburg aufgestellt worden.

CDU und SPD für Ausbau der Ladeinfrastruktur

„Es ist unbestritten, dass im Gemeindegebiet mehr Ladesäulen benötigt werden“, hielt CDU-Ratsherr Günter Westermann an der Forderung seiner Fraktion nach einer Potenzialanalyse fest. Die SPD geht noch einen Schritt weiter und setzt sich dafür ein, dass ein Plan für die Installation von weiteren Ladestellen auf öffentlichen Plätzen erarbeitet wird. Solche Säulen können laut Rolf Oetken (SPD) am Bahnhof und im Zuge der Neugestaltung des Marktplatzes im dortigen Parkplatzbereich errichtet werden.

Skepsis bei FDP und UWG

Nach Ansicht von Michael Sorg (Grüne) bedarf es keiner Potenzialanalyse, sondern öffentlich zugänglicher Steckdosen. FDP und UWG bestritten ebenfalls einen Bedarf für eine Potenzialanalyse. „Es ist ein Irrglaube, dass wir alles mit E-Mobilität lösen können, dann würde unser Stromnetz zusammenbrechen“, sagte FDP-Ratsherr Jürgen Struthoff.

Erster Gemeinderat warnt vor Aktionismus

Erster Gemeinderat Rainer Lange warnte vor Aktionismus und berichtete, dass an den bestehenden Ladesäulen „Mitnahmeeffekte“ von einheimischen Bürgern, die nur kurze Strecken fahren, zu beobachten seien. „Wer von Bergedorf nach Ganderkesee zum Einkaufen fährt, kann sein Auto bitteschön zu Hause aufladen“, so Lange.