Vortrag „Klima und Insekten“ Artensterben mit dramatischen Folgen für die Menschen

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Sie wollen auf die Gefährdung der Insekten aufmerksam machen: (v. l.) Tomma Renker, Hans Fingerhut, Sandra Bischoff, Hermann Konermann sowie Helmut und Elisabeth Kühling. Foto: Dirk HammSie wollen auf die Gefährdung der Insekten aufmerksam machen: (v. l.) Tomma Renker, Hans Fingerhut, Sandra Bischoff, Hermann Konermann sowie Helmut und Elisabeth Kühling. Foto: Dirk Hamm

Ganderkesee. Im vergangenen Jahr haben die Naturschützer Alarm geschlagen: Laut einer Langzeitstudie ist die Insektenpopulation in Deutschland seit 1984 um 75 Prozent zurückgegangen.

Über die Ursachen und Folgewirkungen dieser schleichenden ökologischen Katastrophe soll jetzt ein Vortrag aufklären, zu dem die Ortsgruppen Ganderkesee und Hude des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), die Gesellschaft der Freunde des Hasbruchs und die regioVHS für Dienstag, 30. Januar, 19.30 Uhr, im Rathaus Ganderkesee einladen.

Vielzahl an Ursachen für das Insektensterben

Die Veranstaltung ist mit „Klimawandel und Insekten“ überschrieben. Die Ursachen des Insektensterbens reichen über den Klimawandel allerdings hinaus, machte die Referentin Sandra Bischoff am Donnerstag in einem Pressegespräch deutlich. Die Biologin beim Nabu Oldenburger Land nannte als weitere Hauptfaktoren für die Bedrohung des Großteils der Insektenarten auch die Monokultur in der Landschaft, den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, die immer weiter zunehmende Flächenversiegelung und die Tendenz zu klinisch sauberen Mustergärten, aus denen alles wild Wachsende verbannt ist.

Die Folgen des Aussterbens zahlreicher Arten etwa von Wildbienen für den Menschen sind erschreckend: Unter anderem durch das Wegfallen der Bestäubungsleistung dieser Tiere ist unsere Ernährung gefährdet, erklärte Bischoff.

Nabu Ganderkesee pflanzt Wildkräuter an

Mit seinem Programm zur Anlegung von Ackerrandstreifen versuche der Nabu, dem entgegenzuwirken, berichtete der Ganderkeseer Nabu-Vorsitzende Hans Fingerhut. 16 Hektar Fläche seien im vergangenen Jahr mit Wildkräutern besät worden.

Auch die Gemeinde nimmt Geld zur Förderung der Insektenpopulation in die Hand: 10.000 Euro an Haushaltsmitteln sollen in diesem Jahr für „spezielle Einsaaten auf dafür geeigneten gemeindeeigenen Grünflächen“ verwendet werden, teilte die Verwaltung am Mittwoch im Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz mit. Außerdem sprach sich die Mehrheit dafür aus, zukünftig im Haushaltsplan zusätzliche Mittel für den Ankauf von Flächen zur ökologischen Aufwertung einzustellen.


Der Eintritt zum Vortrag kostet drei Euro, für Jugendliche bis 18 Jahren ist er kostenfrei.

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