Arbeit im Weltladen Ganderkesee Ganderkeseer Praktikantin erforscht fairen Handel

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Nehama Khello reicht ein Sonnenglas über den Tisch des Weltladens. Die Oberschülerin absolviert dort ein Praktikum. Foto: Reiner HaaseNehama Khello reicht ein Sonnenglas über den Tisch des Weltladens. Die Oberschülerin absolviert dort ein Praktikum. Foto: Reiner Haase

Ganderkesee. Der Weltladen in Ganderkesee hat sich dem fairen Handel verschrieben. Am Ende eines Praktikums ist Nehama Khello von den Prinzipien vollends überzeugt.

Für Nehama Khello ist der Weltladen an der Wittekindstraße ein viel zu häufig missachtetes Kleinod des Einzelhandels in Ganderkesee. „Hier gibt es so viele schöne und gute Sachen aus Afrika und Asien. Es ist schade, dass die Menschen das nicht schätzen“, sagt die 16-Jährige. „Was hier verkauft wird, hilft Familien in den armen Ländern und ermöglicht Kindern den Schulbesuch“, ergänzt sie.

„Fair Trade“ und „bio“

Was an Umsatz fehlt, wird im Weltladen durch ehrenamtlichen Einsatz ausgeglichen. Das vor allem aus Frauen bestehende Team trägt den in den 1970-er Jahren in Kirchenkreisen geborenen Gedanken weiter, dass Wirtschaft und Handel weltweit gerechter gestaltet werden müssen, wenn Armut wirkungsvoll bekämpft werden soll. Das „Fair Trade“-Siegel ist deshalb im Weltladen obligatorisch. „Im Laufe der Zeit ist bei uns außerdem nicht alles, aber fast alles ,bio‘ geworden“, stellt Weltladen-Mitarbeiterin Monika Thierbach klar.

Von Auslagen angelockt

Der Ganderkeseer Oberschülerin Nehama sind die schönen Auslagen des Weltladens in den Schaufenstern zum Grünen Weg hin als Passantin auf dem Nachhauseweg aufgefallen. Weil sie einen Platz für das im 9. Jahrgang obligatorische Praktikum gesucht hat, ist sie einfach in den Laden marschiert, hat nachgefragt und eine Zusage bekommen.

Hintergründe erkundet

Die zwei Wochen im Laden enden jetzt, und die Schülerin ist trotz der Kundenflaute überzeugt, dass sie viel guten Stoff für den Praktikumsbericht gesammelt hat. „Ich habe Kunden und die Kasse bedient, Waren eingeräumt und gekennzeichnet“, erzählt sie. Und beim Dekorieren der Auslagen hat sie die Gelegenheit genutzt, Hintergründiges über die Waren zu erfahren. Über das Sonnenglas zum Beispiel: Die Lampe, ein nach eigenem Gefallen befüllbares Glas mit Solarmodul im Deckel statt Kabel und Stecker spart nicht nur Strom. Sie ist umweltfreundlich fast nur aus Recyclingmaterial hergestellt.

Kaufmännisches mit Sozialem verknüpft

„Der Vertrieb verschafft 65 Mensch aus Townships in Südafrika Arbeit und ihren Kindern die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen“, hat Thierbach der Praktikantin erläutert. „Den fairen Handel finde ich gut“, resümiert Nehama, „Kaufmännisches wird mit Sozialem verknüpft.“ Den Weltladen als Praktikumsplatz will sie weiterempfehlen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN