Berufungsprozess in Oldenburg Ehemaliger Stenumer Klinik-Chef steht erneut vor Gericht

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Vor dem Landgericht in Oldenburg läuft derzeit ein Berufungsprozess gegen einen ehemaligen Geschäftsführer der Orthopädieklinik Stenum. Symbolfoto: Thomas DeekenVor dem Landgericht in Oldenburg läuft derzeit ein Berufungsprozess gegen einen ehemaligen Geschäftsführer der Orthopädieklinik Stenum. Symbolfoto: Thomas Deeken

Stenum/Oldenburg. Ein ehemaliger Chef der Stenumer Orthopädieklinik steht erneut vor Gericht. Im Berufungsprozess in Oldenburg wird wegen Betrugs, Untreue und Insolvenzverschleppung verhandelt. Im Juni war er vor dem Delmenhorster Schöffengericht zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Stenum/Oldenburg. Zunächst hatte er im April vergangenen Jahres noch einen Deal vor dem Delmenhorster Schöffengericht ausgeschlagen. Zwei Monate später nahm er das Angebot des Richters jedoch an, sodass ihn das Gericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilte, von denen er lediglich zwei Jahre und vier Monate abzusitzen hat. Wenige Tage später legte er Berufung ein: Jetzt steht der ehemalige Geschäftsführer der Orthopädieklinik Stenum, der wegen Betrugs, Untreue und Insolvenzverschleppung verurteilt wurde, erneut vor dem Kadi – dieses Mal vor dem Landgericht Oldenburg. Der 50-Jährige, der in Bad Zwischenahn zu Hause ist, hofft auf Strafmilderung.

Ehemaliger Verteidiger muss aussagen

Am Dienstag hat der Berufungsprozess mit der Vernehmung von drei Zeugen begonnen. Nächster Termin ist am Dienstag, 30. Januar, ab 9 Uhr. Dann wird laut Gerichtssprecher Michael Herrmann auch der frühere Verteidiger des Angeklagten vernommen. Auf dessen Konto sollen 250.000 Euro geflossen sein, die der Zwischenahner wegen Falschabrechnungen des früheren Verwaltungschefs von einer Versicherung erhalten habe. Das Geld sei erst auf Druck der Staatsanwaltschaft wieder freigegeben worden, damit Gehälter des Klinik-Personals bezahlt werden konnten, hieß es bei der ersten Hauptverhandlung in Delmenhorst. Zu diesen 250.000 Euro soll sich der Rechtsanwalt Ende Januar äußern.

Vorwurf: Insolvenzverschleppung

Darüber hinaus gehe es um 135.000 Euro, die der Beschuldigte vom Krankenhaus-Verein erhalten habe. Dafür soll es jedoch keine Gegenleistung gegeben haben. Ein weiterer Vorwurf: Der 50-Jährige soll es versäumt haben, Ende 2011/Anfang 2012 einen Insolvenzantrag für die Klinik zu stellen. Beim nächsten Prozesstag werden die Plädoyers und das Urteil erwartet.


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