Geschichte der Freilichtbühne „Erinnern für die Zukunft“ in Bookholzberg

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Gästeführerin Lisa Dirks (Mitte) führt am 25. Februar über das Gelände in Bookholzberg. Archivfoto: Dirk HammGästeführerin Lisa Dirks (Mitte) führt am 25. Februar über das Gelände in Bookholzberg. Archivfoto: Dirk Hamm

Bookholzberg. „Erinnern für die Zukunft“ ist das Motto einer Veranstaltung der regioVHS Ganderkesee-Hude am Montag, 19. Februar, von 18 bis 20 Uhr im Berufsförderungswerk Bookholzberg an der Apfelallee 1.

Engagierte Bürger haben sich zum Ziel gesetzt, zu dokumentieren, wie die Nationalsozialisten sich in den 1930er Jahren mit der riesigen Freilichtbühne „Stedingsehre“ auf dem Gelände des heutigen Berufsförderungswerks und den Mitteln der Kunst eine breite Loyalitätsbasis in der Bevölkerung schaffen konnten.

„Verführungsmechanismen“

Das Kennenlernen dieser „Verführungsmechanismen“ kann diesen Ort zu einem wichtigen Lernort für die jüngere Generation machen, heißt es in der Ankündigung des Abends, durch den Gästeführerin Lisa Dirks führt.

Interessierte Bürger und Bürgerinnen sind eingeladen, sich an einer spannenden historischen Spurensuche zu beteiligen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist auch nicht erforderlich.

Bald auch Informations- und Dokumentations-Zentrum

In diesem Jahr wird an diesem Ort auch ein „Informations- und Dokumentations-Zentrum“(IDZ) eingerichtet. Eröffnet werden soll das IDZ am Internationalen Museumstag 2018, der auf den 13. Mai fällt. Insgesamt werden zur Realisierung des Dokumentationsvorhabens rund 86.000 Euro benötigt, so der letzte Stand des Vorsitzenden des Fördervereins, Dietmar Mietrach.

230.000 Zuschauer bei NS-Theatervorführungen

Rückblick: Die damals seit 1932 im Land Oldenburg regierenden Nationalsozialisten hatten den Bau der Bühne anlässlich des 700. Jubiläums der Schlacht von Altenesch beschlossen. Insgesamt sahen seinerzeit etwa 230.000 Zuschauer das politisch ganz auf die NS-Herrschaft zugeschnittene Schauspiel von August Hinrichs über die „Opferbereitschaft“ der Stedinger. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde auf dem Gelände eine „Versehrten-Schule“ eingerichtet, die sich zum heutigen „Berufsförderungswerk Weser-Ems“ entwickelte. In den 1960/70er Jahren wurde die Bühne dann für internationale Musikfeste und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Auch Landpartie in Bookholzberg geplant

Am Sonntag, 25. Februar, 10 bis 12 Uhr, gibt es im Rahmen der Ganderkeseer Gästeführungen „Landpartie“ auch eine Führung über das geschichtsträchtige Gelände. Hierzu können Teilnehmer ebenfalls ohne Anmeldung erscheinen. Für die zweistündige geführte Wanderung über das weitläufige Areal zahlen erwachsene Teilnehmer vier Euro. Kinder unter 16 Jahren gehen kostenlos mit.


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