BBS Wildeshausen „Schnacken“ erleichtert die Pflege

Von Nadine Rabe

Gut vorbereitet: Auszubildende der Altenpflege an der BBS Wildeshausen präsentieren mit das „Plattdüütsche“ Lernmaterial. Foto: Nadine RabeGut vorbereitet: Auszubildende der Altenpflege an der BBS Wildeshausen präsentieren mit das „Plattdüütsche“ Lernmaterial. Foto: Nadine Rabe

Wildeshausen. Zur Altenpflege gehört auch das Zwischenmenschliche. Dabei kann das „Schnacken op Platt“ helfen, wissen Lehrer und Schüler zu berichten.

„Plattdüütsch in de Pleeg“ – zu Hochdeutsch: Plattdeutsch in der Pflege – gehört bereits seit einigen Jahren ins Ausbildungsprogramm der Berufsfachschule Altenpflege an der Berufsbildenden Schule (BBS) in Wildeshausen.

Pflegebedürftige Menschen sollen die Möglichkeit bekommen, sich in ihrer vertrauten Sprache verständigen zu können, lautet der Wunsch der Lehrkräfte, darunter Dr. Jürgen Strodthoff. Er ist der Leiter des Außenstellenstandortes St.-Peter-Straße, an dem auch die Berufsfachschule Altenpflege angesiedelt ist.

Platt erleichert die Kommunikation

Auch Hella Einemann-Gräbert, Lehrerin an der Berufsfachschule Altenpflege, liegt der Pflegebereich am Herzen. Um den Schülern die Kommunikation mit den Klienten zu erleichtern, hält sie ihre Unterrichtseinheiten überwiegend auf „Platt“.

Die meisten Bewohner in Altenheimen sprechen Platt

In den niedersächsischen Altenpflegeeinrichtungen sprächen die meisten Bewohner von Haus aus Platt, erzählt die Lehrerin und Plattdeutsch-Beauftragte für verschiedene Landkreise, die bereits bei der Gestaltung und Veröffentlichung verschiedener Lernmaterialien beteiligt war.

Muttersprache wichtig für das Zwischenmenschliche

Die große Zahl derer, die Plattdeutsch sprächen, mache es für das Personal noch bedeutsamer, sich der Sprache bedienen zu können. Doch nicht nur die Ausbilder haben die Wichtigkeit von Muttersprache für eine gute zwischenmenschliche Beziehung von Pflegebedürftigen und Personal erkannt.

Auch die Auszubildenden stehen hinter dem Gedanken, sich auf die Welt der Klienten einzulassen. „Man erreicht die Leute besser auf Plattdeutsch, sie sind viel aufgeschlossener“, erklärt Stephanie Arent, Altenpflegeschülerin im zweiten Ausbildungsjahr an der BBS Wildeshausen.

Sprachkompetenz verbessert auch Gesundheitszustand

Die zusätzliche Sprachkompetenz erleichtere dabei einerseits den Zugang zu den Leuten, verbessere aber oftmals auch den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden.

Es geht nicht darum, die Sprache perfekt zu berherrschen

In der Pflege ginge es aber nicht darum, die Sprache perfekt zu beherrschen. „Wichtig ist, dass man sich darauf einlässt“, schildert die Auszubildende Jana Meier aus dem zweiten Ausbildungsjahr in der Altenpflege.

Sie lernt die Bedeutung der Wörter im Arbeitsalltag – direkt von einer Plattdeutsch sprechenden Bewohnerin in einer Pflegeeinrichtung.


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