Im Landkreis Oldenburg Drei Personen nach schwerem Betrug im Sozialamt im Visier

Von Reiner Haase

Eine Mitarbeiterin soll tief in die Kasse des Landkreises Oldenburg gegriffen haben. Symbolfoto: dpaEine Mitarbeiterin soll tief in die Kasse des Landkreises Oldenburg gegriffen haben. Symbolfoto: dpa

Landkreis Oldenburg. Seit sieben Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Geldunterschlagung im Sozialamt des Landkreises Oldenburg. Im Visier sind inzwischen drei Personen.

Schwere Untreue, schwerer Betrug und schwere Urkundenfälschung lauten die Vorwürfe gegen eine Beschäftigte des Landkreises Oldenburg. Die Beschuldigte,eine 50-Jährige, die im Sozialamt tätig war, soll laut Staatsanwaltschaft Oldenburg fingierte Barauszahlungen veranlasst haben, die sie für sich behalten hat. Außerdem soll sie in einer Vielzahl von Fällen Überweisungen auf das Konto eines 53-Jährigen veranlasst haben, der den Ermittlern als Mitbeschuldigter gilt. Eine 47-Jährige, die Zugriff auf dieses Konto gehabt haben soll, ist mittlerweile ebenfalls ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.

340 Fälle auf Prüfstand

Auf dem Prüfstand stehen laut Staatsanwalt Torben Tölle, dem Pressesprecher der Oldenburger Staatsanwaltschaft, mehr als 340 Fälle aus den Jahren 2010 bis 2017. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen geht es ihm zufolge um einen Vermögensschaden in sechsstelliger Höhe. Es könne derzeit noch nicht gesagt werden, wann die Ermittlungen abgeschlossen sind.

Mitarbeiterin suspendiert

Landrat Carsten Harings hatte den Verdacht des Betrugs bei Barauszahlungen in der Woche nach Pfingsten 2017 öffentlich gemacht. Schon damals hatte auch er von einem möglicherweise sechsstelligen Schaden gesprochen. Die Mitarbeiterin sei umgehend suspendiert worden.

Barauszahlungen üblich

Barauszahlungen sind laut Harings im Sozialbereich nicht unüblich, weil es Leistungsempfänger gibt, die über kein eigenes Konto verfügen. Der Kassenleiter im Kreishaus schöpfte allerdings Verdacht, als die 50-Jährige sich nach dem verfügbaren Bargeld erkundigte und erst Stunden später ohne Begleitung eines Zahlungsempfängers 500 Euro abholte. Bei Recherchen fiel schnell auf, dass die langjährige, bis dahin unbescholtene Mitarbeiterin häufig Bargeldauszahlungen veranlasst hatte. Der Verdacht dass sie die Kreiskasse auch durch Überweisungen auf das Konto des 53-Jährigen geplündert haben könnte, ist inzwischen hinzugekommen.