Flüchtlinge in Ganderkesee Haus Cristina stille Reserve für Familiennachzug

Von Reiner Haase

Das Haus Cristina in Rethorn ist zurzeit verwaist. Der Landkreis Oldenburg als Mieter will es für die kurzfristige Unterbringung von Menschen in Reserve behalten. Foto: Reiner HaaseDas Haus Cristina in Rethorn ist zurzeit verwaist. Der Landkreis Oldenburg als Mieter will es für die kurzfristige Unterbringung von Menschen in Reserve behalten. Foto: Reiner Haase

Rethorn. Das Haus Cristina in Rethorn bleibt eine Reserveunterkunft für Flüchtlinge. Der Landkreis Oldenburg lässt das Haus zurzeit für Neuankömmlinge herrichten.

Der Landkreis Oldenburg wappnet sich in Rethorn für die Ankunft mehrköpfiger Gruppen im Rahmen des Familiennachzugs in der Flüchtlingspolitik. „Das Haus Cristina war einmal ein Hotel. Für andere Zwecke als für die vorübergehende Unterbringung von Menschen ist es schwer zu nutzen“, erläutert Bodo Bode, der Sozialdezernent im Kreishaus.

Leerstand seit November 2017

Im Haus Cristina laufen laut Bode zurzeit Reinigungs- und Renovierungsarbeiten. „Die Räume sehen so aus, wie Räume aussehen, wenn Menschen längere Zeit in ihnen gelebt haben“, berichtet er. „Auch einige Möbel müssen ersetzt werden“, ergänzt er. Das Haus war ab Frühsommer 2016, zu einer Zeit großen Zuzugs von Flüchtlingen, als Unterkunft für zugewiesene Menschen genutzt worden, für die in der Gemeinde Ganderkesee keine dezentralen Unterkünfte mehr gefunden worden sind. Ende Oktober 2017 sind die letzten Bewohner ausgezogen.

Mietvertrag für zehn Jahre

Eigentümerin des Hauses Cristina ist die Stiftung des Landes Niedersachsen für berufliche Rehabilitation als Trägerin des Berufsförderungswerks in Bookholzberg. Mit ihr hat der Landkreis Oldenburg Anfang 2016 einen Mietvertrag mit zehn Jahren Laufzeit abgeschlossen. Für die Grünen im Kreistag hat der Abgeordnete Dr. Reinhold Schütte aus Ganderkesee nachgefragt, ob es eine Ausstiegsklausel gibt für den Fall, dass der Mietzweck weggefallen ist. Für den Sozialdezernenten geht die Frage zurzeit ins Leere. Es sei besser, die Reserve zur Verfügung zu haben, als im Bedarfsfall mit leeren Händen dazustehen, sagt er mit Blick auf die in der Bundespolitik umstrittene, aber gesetzlich vorgesehene und nur ausgesetzte Familienzusammenführung.

Frage nach Zwischennutzungen

Die Grünen wollen eine offizielle Bestätigung für die in der Öffentlichkeit gehandelte Restmietsumme von rund einer halben Million Euro bis zum Ablauf des Mietvertrags in acht Jahren und Aussagen über die Einnahmen des Landkreises durch die Untervermietung eines Gebäudeteils an die regioVHS Ganderkesee-Hude. Sie fragen auch nach möglichen Zwischennutzungen, zum Beispiel durch das Frauen- und Kinderschutzhaus oder das Studentenwerk Oldenburg. Die Fragen will der Sozialdezernent der Politik noch im Januar beantworten. Eine Gelegenheit ist die – nicht öffentliche – Sitzung des Kreisausschusses am Montag, 29. Januar.