Auftragswerk „Weißschatten“ Hespos Feinarbeit für London in Ganderkesee

Hans-Joachim Hespos hilft bei der Probe Clare Lesser beim Interpretieren seiner Angaben in der Partitur. Foto: Mareike BaderHans-Joachim Hespos hilft bei der Probe Clare Lesser beim Interpretieren seiner Angaben in der Partitur. Foto: Mareike Bader

Ganderkesee. Den Einblick in die Probenarbeit eines Stückes erhalten Zuhörer nur selten. Gut 20 Besucher bekamen am Donnerstag Auszüge des neuen Hespos-Werkes zu hören.

„Dieses Stück ist feinste Kammermusik“, hat Hans-Joachim Hespos vor der Probe seines neuesten Werks „Weißschatten“ angekündigt. In zwei Monaten wird die Komposition in London uraufgeführt. Dann geben die beiden Auftraggeber, Clare und David Lesser, Musikprofessoren der New York University in Abu Dhabi, im Zentrum der englischen Hauptstadt ein Solokonzert. Zuvor kamen sie für Probearbeiten nach Ganderkesee.

Hespos lockert Probe mit Anekdoten auf

Eingängig und melodiös ist „Weißschatten“ keineswegs. „Der alte Haydn wusste schon, dass man das Publikum am Schlafen hindern muss“, lautete eine der vielen Anekdoten.

Partitur auf Leinwand abgebildet

Dunkel war es im Kulturhaus Müller, die gut 20 Zuhörer saßen an der Wand entlang. Am einen Ende waren Sopranistin Clare Lesser, ihr Mann und Pianist David Lesser sowie Hans-Joachim Hespos platziert, gegenüber eine Leinwand mit der Partitur.

„Musik ist äußerst empfindlich“, betonte Hespos. Die Probe stellte dies unter Beweis. Feine Nuancen – hier mal noch leiser, da mal noch schneller, abgehackter – arbeitete Hespos aus den beiden Musikern heraus.

„Weißschatten“ technisch sehr anspruchsvoll

Das Werk sei technisch sehr anspruchsvoll, aber genau das gefalle ihr besonders an „Weißschatten“, erklärte Clare Lesser im Anschluss.

Arbeit an Werk reizt die Spezialisten für Neue Musik

Es sei nicht immer einfach gewesen, Hespos teils kryptische Anmerkungen zu entziffern, gab David Lesser zu. Doch darin liege auch der Reiz.

Seit einem Jahr arbeiten sie schon an der Partitur, entdecken und verstehen immer mehr die vielen Details. Am Ende der Arbeit sind die beiden noch nicht.

Arbeit an der „Tom & Jerry Show“ folgt

Es fehlt etwa noch die Jagd, die „Tom & Jerry Show“, wie sie Hepos nennt – einer der schwierigsten Stellen, gleichzeitig der Favorit der Sängerin. „Ich mag abstrakte Kunst und abstrakte Musik“, sagte die Spezialistin für Neue Musik.


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