Erfolgreicher Start Ganderkeseer Repair-Café ist gefragt

Udo Herrmann und Eckhard Smith reparierten den alten Mixer von Wolfram Knapp beim 1. Repair-Café in Ganderkesee. Foto: Mareike BaderUdo Herrmann und Eckhard Smith reparierten den alten Mixer von Wolfram Knapp beim 1. Repair-Café in Ganderkesee. Foto: Mareike Bader

Ganderkesee. Erfolgreich ist das Repair-Café in Ganderkesee gestartet. Bei manchen Reparaturen musste auch mal getrickst werden.

Unter dem Motto „Reparieren statt wegwerfen“ entstehen deutschlandweit immer mehr Repair-Cafés. In Ganderkesee wurde am Dienstag fleißig gewerkelt und gerettet. Auch in Wildeshausen steht ein Repair-Café in den Startlöchern, der erste Info-Abend fast am Dienstagabend statt.

Im Werkraum der Schule am Habbrügger Weg werden zahlreiche Kleinelektrogeräte wieder zum Leben erweckt. „Brauchen wir das noch?“, fragt Eckhard Smith beim Reparieren einer alten Küchenmaschine. Kurzerhand lässt er das kleine weiße Plastikteil weg und baut das alte Gerät wieder zusammen.

„Damals haben sie noch gut gebaut“

Dann die Enttäuschung: Beim Test tut sich nichts. Doch der gelernte Elektriker hat gleich die Idee. Der Sicherheitsmechanismus der Krups-Maschine verhindert, dass der Motor anspringt. „Damals haben die noch gut gebaut“, sagt Wolfram Knapp. Bevor er den mitgebrachten Behälter aus der Tasche holen kann, hat Smith schon mit einem Schraubenzieher den Mechanismus ausgetrickst – die Maschine läuft wieder.

„Besser könnte es nicht laufen“, freut sich Anna-Lena Sauer, Projektmanagerin für Klimaschutz beim Landkreis Oldenburg. Über die Klimaschutzbeauftragte Manuela Schöne entstand der Kontakt zu Norbert Klüh, Mitglied der Schulleitung der Schule am Habbrügger Weg, der schon länger die Idee des Repair-Cafés mit sich herumtrug.

Freiwillige für die Organisation gesucht

Helfer hätten sich schnell gefunden, nun werden noch Freiwillige gesucht, die bei der Organisation helfen, berichtet Sauer.

Viel zu tun im Bereich Elektronik und Mechanik

Im Werkraum brummt es an jedem Tisch. Ob Staubsauger, CD-Spieler, Fön, Lampen oder ein altes Handy – die fleißigen ehrenamtlichen Helfer arbeiten schnell. „Schon repariert?“, guckt jemand überrascht bei Smith vorbei, als er die Maschine wieder zusammenbaut.

Bei der Schulsekretärin Angelika Gröne bleibt der Raum dagegen leer. Normalerweise würde sie kaputte Kuscheltiere oder leicht lädierte Kleidung reparieren. Die schöne alte Uhr, ein Erbstück von den Schwiegereltern Marita Radtkes, kann nicht repariert werden. „Das ist ein Fall für den Uhrmacher“, lautet die Diagnose.

Repair-Café findet jeden Monat statt

„Ich habe große Mühe etwas wegzuwerfen“, sagt Knapp. Eine professionelle Reparatur wäre jedoch zu teuer. Er holt sich auch noch Tipps für zwei defekte Lampen bei Smith. Am besten soll er sie das nächste Mal mitbringen. Denn das kostenlose Repair-Café findet künftig immer am zweiten Dienstag im Monat statt.


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