Opferhilfe im Landkreis Oldenburg Häusliche Gewalt trifft häufig Migrantinnen

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Frauen sind oft Opfer häuslicher Gewalt und Migrantinnen überdurchschnittlich oft betroffen. Archivfoto: Carola AlgeFrauen sind oft Opfer häuslicher Gewalt und Migrantinnen überdurchschnittlich oft betroffen. Archivfoto: Carola Alge

Landkreis Oldenburg. Migrantinnen sind überdurchschnittlich häufig Opfer häuslicher Gewalt. Der Landkreis Oldenburg hilft mit Fachkräften und setzt auch Sprachmittler ein.

Für die Opfer von häuslicher Gewalt hat der Landkreis Oldenburg schon vor Jahren die „BISS“ genannte Beratungs- und Interventionsstelle eingerichtet. In jüngster Zeit hat sich die Arbeit verändert: Immer häufiger geht es um Schutz und Hilfe für Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund. Im Jahr 2016 hat es laut Dorothea Debbeler, der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Oldenburg, bei „BISS“ 285 Beratungen gegeben. 2017 waren es rund 360 Beratungen, und jede dritte hilfebedürftige Frau stammte aus einer zugewanderten Familie.

Direkter Kontakt möglich

In der Regel erfährt das „BISS“-Team über die Polizei von Fällen häuslicher Gewalt, die Beratung und das Eingreifen geschulter Fachkräfte erforderlich machen. „Die direkte Kontaktaufnahme ohne die Polizei ist auch möglich“, betont Debbeler. Ansprechpartnerin ist Karin Kohorst-Thölke, Telefon (04431) 948585.

Sprachmittler erforderlich

Der Landkreis Oldenburg hat sich auch finanziell auf die gesellschaftlichen Veränderungen durch Zuwanderung eingestellt. Für Fälle häuslicher Gewalt, bei denen Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund betroffen sind, gibt es seit 2017 im Kreishaushalt eingeplante Haushaltsmittel für den Einsatz von Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern. „In 20 Fällen wurden die Kosten für den Sprachmittlereinsatz erstattet“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte Debbeler.

Netzwerk von Fachkräften

„BISS“ kümmert sich um die Opfer häuslicher Gewalt, es gibt aber auch das Frauen- und Kinderschutzhaus, das Frauen- und Mädchentelefon „Aufwind“ sowie Anlauf- und Beratungsstellen für Täterinnen und Täter. Die Fachkräfte und Fachstellen tauschen sich in einem Arbeitskreis aus und halten sich über Anforderungen und Veränderungen auf dem Laufenden. Das Niedersächsische Gleichberechtigungsgesetz sieht als Schwerpunkt der Tätigkeit einer Gleichstellungsbeauftragten in der öffentlichen Verwaltung die Förderung und Erleichterung der Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit vor.

Chancengleichheit als Aufgabe

Frauen und Männern soll eine gleiche Stellung in der öffentlichen Verwaltung verschafft werden. „Doch soll Gleichstellungsarbeit gelingen und nachhaltig Chancengleichheit für Frauen und Männer bewirken, darf sie die gesellschaftlichen Veränderungen und die Hemmnisse, die der Umsetzung von Chancengleichheit entgegenstehen, nicht außer Acht lassen“, betont Debbeler.

Neue Regierung, neues Gesetz

Sie erwartet von der neuen Landesregierung initiierte Änderungen des gesetzlichen Rahmens ebenso wie neue gesellschaftliche Herausforderungen. Kontakt ist per Telefon unter (04431) 85620 möglich und per Mail an dorothea.debbeler@oldenburg-kreis.de.


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