Schadstoffe bei Bränden Feuerwehr in Ganderkesee sieht sich gut geschützt

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Gefährlicher Rauch: Mehrlagige Schutzkleidung und strenge Hygieneregeln sorgen für einen wirksamen Schutz der Ganderkeseer Feuerwehrleute bei der Brandbekämpfung. Archivfoto: Tanja Konegen-PetersGefährlicher Rauch: Mehrlagige Schutzkleidung und strenge Hygieneregeln sorgen für einen wirksamen Schutz der Ganderkeseer Feuerwehrleute bei der Brandbekämpfung. Archivfoto: Tanja Konegen-Peters

Ganderkesee. Feuerwehrleute sind am Brandort oft giftigem Rauch ausgesetzt. Während in Bremen Ausrüstungsmängel beklagt werden, sehen sich die Kameraden in Ganderkesee gut geschützt und vorbereitet.

Feuerwehrleute leisten eine für die öffentliche Sicherheit ungemein wichtige Arbeit. Und eine gefährliche obendrein. Dass dazu auch ein erhöhtes Krebsrisiko gehört, da die Brandschützer bei Einsätzen oft auch giftigem Rauch ausgesetzt sind, darauf hat jetzt die Bremer Landesgruppe der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft hingewiesen. Verbunden mit der Forderung nach der Ausstattung mit wirksamerer Schutzkleidung.

Bewusstsein für Gesundheitsgefährdung beeinflusst Ausbildung

Auch in den Reihen der Ganderkeseer Feuerwehrkameraden ist man sich der Gefahr durch Schadstoffe, die bei Bränden freigesetzt werden, bewusst. „Darüber machen wir uns generell immer Gedanken“, sagt Benjamin Woelke, Sprecher der sechs Ortswehren der Gemeinde. Er betont zugleich, dass aus diesem Grund in der Ausbildung in hohem Maße Wert darauf gelegt werde, dass die Kameraden am Einsatzort Gefahrstoffen so wenig wie möglich ausgesetzt werden.

In vierlagiger Schutzkleidung zum Brandort

Anders als die Bremer Kollegen sehen sich die Ganderkeseer Brandbekämpfer in Sachen Schutzkleidung gut aufgestellt. Die PSA, die Persönliche Schutzausrüstung der Einsatzkräfte bei Bränden, sehe immer jeweils vierlagige Überjacken und -hosen vor. Damit ist ein „Einfallstor“ für die gefährlichen Rauchpartikel, die bei mangelnder Ausrüstung über die durch den Schweiß geweiteten Poren in den Körper eindringen können, geschlossen. Vor allem die fehlende Ausstattung mit mehrlagigen Überhosen hatte Axel Seemann, oberster Bremer Feuerwehr-Gewerkschafter, für seinen Bereich beklagt.

Kleidungswechsel vor Ort verhindert Kontamination

Ein weiteres Instrument, um die Gefährdung speziell der Kameraden, die bei Bränden unter Atemschutz den Innenangriff ausführen, zu minimieren, ist die Einsatzhygiene vor Ort, erläutert Ganderkesees Gemeindebrandmeister Bernd Lembke. Es werde genauestens Sorge dafür getragen, dass die durch Schadstoffe kontaminierte Einsatzkleidung noch an Ort und Stelle gewechselt werde. Denn sonst bestehe die Gefahr, dass über die Uniformteile, die dem Rauch ausgesetzt sind, Schadstoffe in die Einsatzfahrzeuge und in die Feuerwehrhäuser getragen werden.

Neue Anzüge zum Wechseln beschafft

Besonders bei Großfeuern in mit Asbest belasteten Altbauten sind die Feuerwehrkräfte zum Schutz der eigenen Gesundheit auf effiziente Schutzkleidung und das genaue Einhalten der Hygieneregeln nach dem Einsatz angewiesen, erklärt Lembke. So hat ein Brand in einem Putenstall, in dem Asbest verbaut war, im Sommer 2017 den Anlass gegeben, an diesem Punkt nachzubessern: Nach Angaben von Benjamin Woelke ist aus Mitteln der Gemeinde zusätzliche Kleidung zum Wechseln nach getaner Arbeit am Brandort beschafft worden, je acht Trainingsanzüge für die sechs Ortswehren.

Die abgelegte Schutzkleidung werde nach dem Einsatz in luftdicht verschlossene Säcke gepackt, sodass eine sogenannte Kontaminationsverschleppung ausgeschlossen werden kann. Darüber hinaus verfügen die Fahrzeuge laut Woelke über Waschbecken, Wasseranschluss, Seife und Desinfektionsmittel für die gründliche Reinigung vor Ort.


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